Auch fast zwei Wochen nach dem Fund eines getöteten Babys in einem Altkleider-Container in Neukölln reißen die Hinweise aus der Bevölkerung nicht ab. Erneut hat sich die Zahl der Tipps innerhalb eines Tages um weitere acht auf 32 erhöht, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. Die Anteilnahme sei „bemerkenswert“. Es gebe Überlegungen, die Öffentlichkeit bei den Ermittlungen zu dem getöteten Mädchen aus Neukölln noch stärker einzubeziehen.

Die Arbeit der Mordkommission im Fall des getöteten Jungen aus dem Stadtteil Hellersdorf war entscheidend durch Hinweise nach der Veröffentlichung eines Fotos von einer Babymütze vorangekommen. Das sagte ein Polizeisprecher. Das Foto zeigte eine blaue Babymütze mit dem Schriftzug „Mami's Liebling“.

Laut „Bild“ hatten Beamte das Geschäft gesucht, in dem die Kopfbedeckung gekauft worden war. So seien die Ermittler über die Kreditkartennummer auf den 21 Jahre alten Lebensgefährten der Mutter gestoßen. Ein Profil bei Facebook habe dann zur 20 Jahre alten Mutter geführt. Gegen die Kindsmutter und deren Lebensgefährten ergingen Haftbefehle. Dem Paar wird Totschlag durch Unterlassen vorgeworfen. Der Säugling war nach Angaben der Staatsanwaltschaft verdurstet und verhungert.

dpa/alu