Konzert

Mit silbernen Schwingen fliegt Justin Bieber auf Berlin

Die Fans hatten dem Tag lange entgegengefiebert: Am Ostersonntag sang Justin Bieber in der O2 World - und rund 17.000 meist junge Berliner sangen und kreischten mit.

Foto: Redferns via Getty Images/Getty Images

Tausende kreischende Mädchen und Jungs vor der Berliner o2 World in Friedrichshain. Dieser Ostersonntag ist ein ziemlich kalter, aber die Teenager frieren hier gern, um ihr Idol zu sehen: Justin Bieber tritt auf - und was für ein Auftritt das werden sollte. Kurz drohte vor dem Einlass die Stimmung zu kippen - übrigens auch die der begleitenden Eltern - als bekannt wurde, dass sich der Beginn des Konzerts verzögern würde.

Erinnerungen an das London-Konzert

Fans ahnten Schlimmes. Bei seinem Auftritt in London hatte der Sänger das Publikum lange warten lassen. So lange, dass viele „Belieber“, wie sich die Bieber-Anhänger gern nennen, noch während des Konzerts buchstäblich unter Tränen nach Hause mussten. In Berlin fiel dann die Vorband aus, aber das dürfte echte Fans wenig gekümmert haben. Das Konzert begann verspätet, aber Biebers Auftritt war eine große Nummer:

Dauerkreischen der Fans in den Minuten vor Beginn. Und dann: Bieber, nun ja: fliegt herein, eine trickreiche Seilkonstruktion macht es möglich. Bestückt mit mächtigen Schwingen schwebte der 19-Jährige auf die Bühne, ganz in weiß gekleidet, die Augen cool hinter einer Sonnenbrille verborgen. Wie gesagt: Dauerkreischen.

Mit „Let‘s go“ legt Bieber los

Die ersten Wort von Justin Bieber sind einfach: „Let‘s go!“ Na dann. Er spielt seinen populären Song „All around the world“ - und zahlreiche Fans reißen Deutschland-Fahnen in die Höhe. Bieber ist endlich in ihrer Heimat! Was für ein Bild.

Nach dem Song „Believe“ der Hinweis: Ihm ist heiß, er müsse jetzt daher sein Jacket mal ablegen. Und ja, er singe live. Kreisch!

Natürlich versuchen viele hier, dieses Konzertereignis irgendwie zu filmen mit ihren Handykameras, etwas mitzunehmen von dem Moment, für später, für Zuhause und für die Erinnerung.

Da passt es, dass später in der Umbaupause ein Film eingespielt wird über die bisherige vierjährige Karriere von Justin Bieber, der als Junge mit ersten Songs über Youtube bekannt wurde. Praktisch jeder hier in der Halle weiß das natürlich genau. Aber irgendwie muss man so eine Umbaupause ja füllen.

Die Antwort schallt aus Tausenden Kehlen

Es geht weiter, Bieber verfügt auf der Bühne nun über einen Regenschirm. Kurze Zwischenfrage übrigens mal von Justin: „Wie viele von euch mögen mich seit meinem Anfang?“ Die Antwort schallt aus Tausenden jungen Kehlen: „Waaaaaaaaahhh!“ Mit anderen Worten: viele!

Justin Bieber trägt übrigens tatsächlich goldene Handschuhe und fasst sich gern mal in den Schritt. Man darf das ruhig mal sagen: Es werden zaghaft Erinnerungen an Michael Jackson wach. Besaß der nicht auch einen Affen? Wir erinnern uns: Bieber hatte bei seiner Einreise nach Deutschland seinen Affen am Münchner Flughafen zurücklassen müssen. Er hatte keinerlei Papiere für das Tier. Warum das nicht schon beim Abflug aufgefallen war? Herr Bieber reist im Privatjet! Mit Affen - ohne Papiere. Noch immer ist der Affe in einer Quarantänestation am Münchener Flughafen. Bieber kann ihn zurückbekommen, hieß es vom Zoll. Wenn er denn die nötigen Unterlagen vorlegt. So weit, so exzentrisch.

Natürlich, bei einem Konzert ist es: laut. Man versteht ja sein eigenes Wort kaum. Schon gar nicht das seiner Tochter. Unter den Konzertbesuchern daher folgende Szene: Ein Vater reagiert auf seine Tochter: „Häh?“ - Das Mädchen: „Ich hab nix gesagt. - Ich hab nur aaaaahhh gerufen!“ Da ist sie nicht die einzige.

Tausende Berliner Backgroundsänger

So geht das Konzert voran. Highlight zwischendurch „As Long as you Love me“, a capella gesungen von Justin Bieber - und 17.000 Berliner Backgroundsängerinnen und - sängern. Gänsehautmoment für viele hier.

Doch jedes Konzert geht mal vorbei. Justin allerdings geht mit einem Versprechen: „Ich komme wieder!“ Fünf Sekunden später geht dann auch schon das Licht an. Und weg ist Justin Bieber. Die letzten Worte ihres Idols bekommen manche Fans schon gar nicht mehr mit, Eltern drängen zum Aufbruch, rasend schnell leert sich die große o2 World. Aber er kommt ja auch wieder. Hat er gesagt, der Justin.