Die Untersuchung der Ursache für das Hubschrauber-Unglück am Berliner Olympiastadion wird nach Ansicht von Experten mehrere Monate dauern. Die Pilotenvereinigung Cockpit hält Schneeverwirbelungen für einen möglichen Auslöser der Kollision, bei der ein Pilot starb und sieben Menschen verletzt wurden.

„Hochwirbelnder Schnee könnte eine Ursache sein. Der Pilot verliert dann die Orientierung für seine Geschwindigkeit, Höhe und Lage. Das ist wie ein Blindflug im Nebel“, sagte Cockpit-Sprecher Jörg Handwerg der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ . Dies sei für Helikopter-Piloten aber kein unbekanntes Phänomen.

Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) will im April einen ersten Bericht zu dem Unfall vorlegen. Die Untersuchung zur Ursache werde aber längere Zeit dauern, sagte ein Sprecher der Behörde. Die BFU versuche, sie innerhalb von zwölf Monaten abschließen zu können.

Staatsanwaltschaft prüft strafrechtlich relevantes Verhalten

Auch die Staatsanwaltschaft überprüft den Unfall am Berliner Olympiastadion. Erste Erkenntnisse werde es aber wohl erst in einigen Monaten geben, sagte der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, am Freitag. Die Justizbehörde ermittelt, ob strafrechtlich relevantes Verhalten zu dem Crash führte.

Bei der Übung der Bundespolizei kam ein 37 Jahre alter Pilot ums Leben. Eine Obduktion solle nun die Todesursache klären, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte. Wie die Berliner Morgenpost erfuhr, hinterlässt der Mann vier Kinder. Eine Mordkommission der Berliner Polizei übernahm die Ermittlungen zu dem Todesfall, auch die Staatsanwaltschaft wurde eingeschaltet.

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Die Hubschrauber-Wracks wurden abtransportiert. Sie sollen der Berliner Polizei zufolge zunächst zwischengelagert und später der Bundespolizei übergeben werden. Im Laufe des Tages soll sich entscheiden, ob das Gelände am Olympiastadion, auf dem zwei Hubschrauber kollidiert waren, wieder freigegeben wird, wie der Sprecher der Olympiastadion Berlin GmbH mitteilte.

Die Bundespolizei hatte am Olympiastadion mit rund 400 Beamten einen Einsatz gegen Fußball-Hooligans trainieren wollen.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigte sich bestürzt über das Unglück. Merkel sprach den Angehörigen und Freunden des getöteten Piloten am Freitag das „tief empfundene Mitgefühl“ der Regierung aus. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, die Kanzlerin fühle sich den Beamten der Bundespolizei besonders eng verbunden, weil sie selbst häufig solche Hubschrauber benutze.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hat die Verletzten der Hubschrauber-Kollision im Krankenhaus besucht. Das teilte die Bundespolizei in Potsdam am Freitag auf Anfrage mit. Psychologen kümmern sich um die Angehörigen des getöteten Polizisten sowie um die drei Schwerverletzten.

dpa/AFP/sh