Erneut hat das Winterwetter in Brandenburg zu deutlich mehr Unfällen geführt als an schnee- und eisfreien Tagen. Mit zehntausenden Tonnen Streusalz versuchen Winterdienste unterdessen, die Straßen zu sichern.

Vor allem die Autobahnen rings um Berlin waren glatt. Betroffen waren nach Angaben der Polizei in Potsdam die A2, A9, A10, A13 und A115.

Von Mitternacht bis 13 Uhr habe es in Brandenburg 180 Unfälle gegeben, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums in Potsdam. Bei etwa jedem zehnten Unfall seien Menschen verletzt worden, davon aber nach bisherigen Ermittlungen niemand lebensgefährlich. Bei etwa jedem vierten bis dritten Unfall sei das Wetter die Unfallursache. In Berlin sorgte die Straßenglätte für einige kleinere Unfälle.

Trotz der anhaltenden starken Schneefälle verlief der Verkehr dagegen am Donnerstag in Berlin weitgehend normal, wie die Feuerwehr mitteilte. Nach Angaben der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) fuhren U- und Straßenbahnen sowie Busse pünktlich. Bei der S-Bahn sorgte eine technische Störung an einem Zug auf den Linien S8, S9, S41 und S42 für Verspätungen und Zugausfällen. In Berlin-Pankow führte das Schneetreiben zu Busverspätungen.

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Pech hatten am Donnerstag Flugpassagiere – allerdings nicht wegen des Wetters, sondern wegen der Warnstreiks von Lufthansa-Beschäftigten. Von und nach Berlin-Tegel fielen nach Angaben eines Flughafensprechers bis zum Nachmittag insgesamt 89 Flüge aus. Darunter waren 50 Lufthansa-Flüge. Der Streik sorgte auch bei anderen Fluggesellschaften für Behinderungen. Allein Air Berlin musste 23 Flüge streichen.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Potsdam warnt weiter vor glatten Straßen. Zwar lasse der Schnee allmählich nach, doch sei gegen Donnerstagabend und in der Nacht zu Freitag mit überfrierender Nässe zu rechnen. Die Autofahrer sollten daher besonders vorsichtig fahren.

In Brandenburg musste der Landesbetrieb Straßenwesen seine Vorräte an Streusalz aufstocken. In diesem Winter wurden bereits 90.000 Tonnen Streusalz verbraucht. Laut Sprecherin Cornelia Mitschka standen zu Beginn der Saison zunächst 70.000 Tonnen Salz bereit. Nun werde kontinuierlich nachbestellt, sagte sie am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa. Lieferengpässe gebe es aber nicht. Auch in der Hauptstadt befürchtet die Berliner Stadtreinigung keine Streusalz-Knappheit.

Und die Aussichten bleiben winterlich. Die Meteorologen rechnen damit, dass es erst zu Ostern milder werden könnte.

dpa/alu/sei