Humboldtforum

Millionenspende rettet Kuppel für Berliner Stadtschloss

Lange war unklar, ob das Humboldtforum in Mitte eine Kuppel bekommt. Jetzt hat ein anonymer Förderer einen siebenstelligen Betrag gezahlt.

Die Kuppel des Berliner Stadtschlosses kann offenbar originalgetreu wieder aufgebaut werden. Wie der Staatssekretär im Bundesbauministerium, Rainer Bomba, am Mittwoch sagte, hat sich ein Spender gefunden, der sich wesentlich an den Kosten beteiligen wird.

Wer der Finanzier ist und in welcher Höhe er Mittel zur Verfügung stellen will, sagte Bomba nicht. Nach Informationen der Berliner Morgenpost handelt sich um einen siebenstelligen Betrag zwischen fünf und neun Millionen Euro.

Damit ist die historische Gestaltung der Kuppel gesichert. Der Einzelspender ließ über seinen westdeutschen Anwalt seine Bereitschaft mitteilen, das Geld zur Verfügung zu stellen.

Nach Angaben der Schlossstiftung können durch die Spendenzusagen alle in diesem Jahr nötigen Aufträge für den Kuppelbau ausgelöst werden.

Architekt Stella begrüßt Spende

Der Bundestag hatte vor zwei Jahren beschlossen, den Schlossbau zum größten Teil zu finanzieren. Allerdings wurden die Kosten auf 590 Millionen Euro gedeckelt. Alle übrigen Planungen der Schlossstiftung müssen durch Spenden aufgebracht werden.

Etwa 80 Millionen Euro sind dafür nötig – ohne die historische Gestaltung der Kuppel. Nach Auskunft des Vorsitzenden des Fördervereins des Berliner Schlosses, Wilhelm von Boddien, stehen bislang 25 Millionen Euro an Spenden bereit, mit denen die Schlossbauhütte in Spandau finanziert wird, in der die barocken Bauteile vorbereitet werden.

Außerdem gibt es weitere verbindliche Zusagen für weitere 15 Millionen Euro, so Boddien. Der Architekt des Neubaus, Franco Stella, begrüßte die zugesicherte Spende. „Natürlich ist das positiv, denn jetzt kann die Kuppel so wie vorgesehen mit dem Gebäude direkt realisiert werden“, sagte Stella.

Mitte 2015 soll Richtfest gefeiert werden

Die Bauarbeiten hatten im vergangenen Jahr begonnen. Im Rennen um den Rohbauauftrag für das Berliner Stadtschloss hatte sich das Essener Traditionsunternehmen Hochtief durchgesetzt. In diesem Jahr soll der Kellerdeckel des Mammutbaus in Beton gegossen sein, dann beginnt der Rohbau, der Ende 2014 weitgehend abgeschlossen sein soll.

Mitte 2015 will die Stiftung Richtfest feiern. In den darauffolgenden zwei Jahren erhält das Gebäude seine Fassade und der Innenausbau erfolgt, bevor das neue alte Schloss 2019 eröffnet.

Ulbricht ließ die Schlossruine sprengen

Über die Zukunft des Berliner Schlossplatzes mit mehr als 500 Jahren Vergangenheit wird seit Jahrzehnten gestritten. Die Grundsteinlegung für eine Burg an der Spree erfolgte bereits 1443. 1699 wurde mit dem Schlossbau begonnen. 151 Jahre später erhielt das Schloss mit der Kuppel seine endgültige Form. Nach mehreren Bombenangriffen brannte das Schloss 1945 fast vollständig aus.

Fünf Jahre später ließ SED-Chef Walter Ulbricht die Schlossruine sprengen. 25 Jahre später entstand auf dem Platz der Palast der Republik. 1990 wiederum wurde der Palast wegen Asbestverseuchung geschlossen, in den Jahren 2006 bis 2008 erfolgte der Abriss.

Bei der Ausschreibung für den Neubau hatte sich der italienische Architekt Franco Stella gegen renommierte deutsche Architekturbüros durchgesetzt. Er musste seinen Entwurf mehrfach umarbeiten, die Gesamtprojektleitung liegt bei dem Büro Gerkan, Marg und Partner.

Privatspende auch für Potsdam

Zuletzt hatte auch Potsdam den Bau des Landtagsschlosses nicht ohne private Spenden in Angriff nehmen können. Software-Milliardär Hasso Plattner hatte durch eine Spende von knapp zwei Millionen Euro das Kupferdach ermöglicht, ursprünglich sollte der neue Landtag aus Kostengründen ein deutlich preisgünstigeres Titanzinkdach erhalten.

Mit einer weiteren Spende von 20 Millionen Euro hatte der SAP-Gründer die Wiederherstellung der historischen Knobelsdorffschen Schloss-Fassade finanziell unterstützt.

Allerdings wird hier auf den Bau der historischen Kuppel vorerst verzichtet, um den Termin der Fertigstellung – Ende dieses Jahres – nicht zu gefährden. Die Kuppel könnte dann erst nachträglich auf das Landtagsschloss gesetzt werden.