East Side Gallery

Hasselhoff vergleicht East Side Gallery mit Ground Zero

David Hasselhoff ist begeistert vom Berliner Protest. Im Gespräch mit der Berliner Morgenpost lobt er die Berliner, spricht über seine Liebe zu Deutschland - und stellt einen gewagten Vergleich an.

Foto: Luca Teuchmann / Getty Images

Sonntag Nachmittag, kurz nach der Demonstration zum Erhalt der East-Side-Galary. Das Foyer des „NHow“-Hotels in Friedrichshain ist gefüllt mit aufgeregten Journalisten. Alle wollen „The Hoff“ abfangen, noch ein paar persönliche Worte erhaschen von dem Mann, der sich fest vorgenommen hat, die Mauer zu retten. Eben genau das Gegenteil von dem zu tun, wofür er bereits vor 24 Jahren nach Berlin gekommen war: Gleich ist einzig die Intention. Gutes Tun. Irgendwann bequemt sich der Star der 90er aus seiner Suite in die Hotel-Lobby. Seine Laune ist mäßig. Doch – ganz Medienprofi – sobald das Scheinwerferlicht angeht, ist das Lächeln der Baywatch-Ikone wie in Stein gemeißelt wieder da. Während des Interviews springt er immer wieder von seinem Stuhl auf, stimmt immer wieder SEINEN Song an. Er sucht wieder nach Freiheit, wie vor mehr als 20 Jahren.

„Was damals in Berlin passiert ist, war so wichtig für Deutschland“

„Das, was damals in Berlin passiert ist, war so wichtig für Deutschland. Deshalb war es keine Frage für mich, heute wieder nach Berlin zu kommen und diesen Moment erneut aufleben zu lassen. Und das ist uns wirklich eindrucksvoll gelungen“, sagt Hasselhoff und nippt an seinem Energy-Drink. Die Haare sitzen, ein Brillantring glitzert am Finger. Dennoch kann „The Hoff“ seine Müdigkeit nicht ganz verstecken. Doch er stehe zu seinem Wort, sagt er, kommt, wenn er gebraucht wird. Und dann müsse man eben auch mal Strapazen in Kauf nehmen, ganz klar.

Dann schwelgt Hasselhoff in Erinnerungen, denkt zurück an den Silvesterabend vor 24 Jahren und lächelt milde. „Klar, die Menschen, die die Mauer abreißen wollen, die möchten Geld machen“, sagt er verständnislos. Man könne doch nicht einfach die Erinnerungen zerstören – erklärt er mit Nachdruck – das Denkmal für die Menschen aus dem Weg räumen, die unter dem Regime gelitten hätten – die am Todesstreifen umgekommen sind. "Stellen Sie sich mal vor, Sie würden so etwas am Ground Zero in New York machen. Alleine die Idee würde einen riesigen Aufschrei in den USA auslösen.“

Die Berliner wissen, was richtig ist

Deshalb sei es nur verständlich, dass so viele Berliner sich gemeinsam für den Erhalt der Mauer stark machen, sagt der Amerikaner. Sie wüssten eben, was richtig ist. Und gemeinsam könne man etwas bewegen, da ist sich der Sänger sicher. Mit seinem Besuch wolle er ein Zeichen setzen, sagt er eindringlich. "Ich habe gehört, dass jemand im Abgeordnetenhaus gesagt hat: David Hasselhoff wird kommen, und uns sagen, was zu tun ist", so der Amerikaner und eine Mischung aus Stolz, Freude und Euphorie schwingt in seiner Stimme mit. Dann zieht er einen gewagten Vergleich. „Damals sagte Präsident Reagan: ,Mr. Gorbatschow, tear down this wall’ - und deshalb sagt jetzt David Hasselhoff ,Keep up this wall’.“

Ein schönes Schlusswort, findet seine PR-Agentin und bittet die Journalisten Platz für die nächsten Kollegen zu machen. Man ist schließlich im Stress, lange wäre Herr Hasselhoff nicht mehr bereit, Fragen zu beantworten. Und weil die Kameras und Tonbandgeräte aus sind, ist auch das Lächeln aus dem Gesicht des Stars verschwunden. Doch das wird wieder kommen. Spätestens, wenn das nächste Foto gemacht wird. Hasselhoff ist eben Profi. Ein Profi, der die Welt ein Stückchen besser machen will.