Ein Unterstützer der Rockergruppe Bandidos hat seine Beteiligung an einem Raubüberfall auf zwei Frauen im März 2010 gestanden. Der gelernte Industriemechaniker erklärte am Montag vor dem Berliner Landgericht, nach einem Tipp sei in der Wohnung der Frauen Bargeld bis zu 250.000 Euro vermutet worden. Der Hinweis eines Informanten habe sich aber als falsch herausgestellt, so der 36-Jährige. „Es war eine große Dummheit“, gab sich der damalige Rocker reuig.
In dem streng abgeschirmten Prozess sitzen außerdem der Kronzeuge und zwei weitere Rocker auf der Anklagebank. Der 24-jährige Aussteiger kam am zweiten Prozesstag noch nicht zu Wort. Der Industriemechaniker bezichtigte ihn, bei früheren Vernehmungen teilweise gelogen zu haben. Die Frauen seien gefesselt, aber nicht mit dem Tod bedroht worden, widersprach dieser Anklagte dem Aussteiger. Keiner der Angeklagten sei bewaffnet gewesen. Erbeutet worden seien Wertsachen, die für etwa 1000 Euro verkauft worden seien.
Der Kronzeuge sowie der Präsident der Bandido-Unterstützer sollen ferner im Januar 2010 in eine Messerstecherei verwickelt gewesen sein. Ein Mitglied der rivalisierenden Hells Angels erlitt dabei einen tiefen Stich in den rechten Oberschenkel. Der Rocker-Präsident gab zu, vor Ort gewesen zu sein. Er habe aber von der Messerstecherei nichts mitgekriegt. Er habe der Szene etwas entfernt den Rücken zugekehrt.
Die Aussagen des Kronzeugen brachten die drei Mitangeklagten auf die Anklagebank. Anfang September hatte der Aussteiger erstmals in einem Prozess um Brandstiftung das „Gesetz des Schweigens“ gebrochen.
dpa/mim



