Kriminalität

150 Polizisten überwachen Rockertreffen in Berlin

Bei Kontrollen des Rockerklubs Gremium MC in Köpenick wurden mehrere Waffen sichergestellt. Außerdem brannte es auf dem Gelände der Bandidos.

Neben einer erneuten Serie von Gewaltdelikten musste sich die Berliner Polizei auch ein weiteres Mal mit kriminellen Rockergruppen beschäftigen. Dabei kamen allein bei der Überwachung einer Veranstaltung des Rockerclubs „Gremium MC“ 150 Beamte des Landeskriminalamtes (LKA) und der Bereitschaftspolizei zum Einsatz.

Die Rocker feierten in ihrem Clubhaus an der Wilhelminenhofstraße in Oberschöneweide den „Saisonabschluss“. Dazu hatte die Gruppe Gäste aus dem gesamten Bundesgebiet eingeladen. Ungeachtet einer teilweise aggressiven, gegen die Polizei gerichteten Stimmung verlief der Einsatz am Sonnabend zwischen 17 und 23 Uhr weitgehend störungsfrei.

Die Beamten kontrollierten insgesamt 173 Personen und 25 Fahrzeuge. Dabei wurden einige Waffen und gefährliche Gegenstände wie Messer, Reizsprays, Tonfa-Schlagstöcke und Quarzhandschuhe beschlagnahmt. Zudem stellten die Beamten ein Motorrad sicher, das technische Mängel aufwies. Widerstand gegen die Maßnahmen gab es nach Angaben eines Polizeisprechers nicht. Gegen drei Rocker wurden Ermittlungsverfahren wegen Verstößen gegen das Waffengesetz eingeleitet.

Verbindungen zur Hooligan-Szene

Der Rockerclub Gremium MC ist nach den Hells Angels und Bandidos die weltweit drittgrößte Gruppierung in der Szene. In Berlin gibt es enge Verbindungen des hiesigen Ablegers in Oberschöneweide zur Hooligan-Szene. Viele Gremium -Mitglieder sind in beiden Milieus aktiv. Aus den in der Hauptstadt wie auch andernorts seit Langem schwelenden Streitigkeiten zwischen den Hells Angels und den Bandidos hält sich die Gruppe weitgehend heraus.

Der Dauerstreit zwischen Hells Angels und Bandidos ist offenbar auch Hintergrund eines weiteren Vorfalls im Rockermilieu am frühen Sonntagmorgen. Gegen drei Uhr bemerkte ein Autofahrer einen hellen Feuerschein am Zugangstor des Geländes der Bandidos an der Provinzstraße in Gesundbrunnen. Als die von dem Zeugen alarmierten Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr eintrafen, waren die Flammen bereits erloschen. Am Brandort fanden die Beamten Glassplitter und Reste einer brennbaren Flüssigkeit. Die Täter entkamen unerkannt.

Zwischen den aufs Äußerste verfeindeten Gruppen Hells Angels und Bandidos kommt es seit Langem immer wieder zu wechselseitigen Übergriffen. Nicht in allen Fällen bleibt es dabei bei Sachschäden. Im Kampf um lukrative Geschäftszweige im Bereich der organisierten Kriminalität liefern sich die Banden regelmäßig gewaltsame Auseinandersetzungen, bei denen ohne Skrupel auch Schusswaffen eingesetzt werden.