Über Teile Deutschlands ist am Donnerstag der erste Herbststurm hinweggefegt und hat zahlreiche Bäume entwurzelt. Besonders betroffen waren nach Angaben von Polizei und Feuerwehr Berlin, Thüringen und Bayern. Verletzt wurde niemand.
In der Hauptstadt rückte die Feuerwehr zu 150 Einsätzen aus. Heruntergefallene Äste und entwurzelte Bäume hätten teilweise erhebliche Schäden an Fahrzeugen und Häusern hinterlassen, teilte ein Sprecher mit.
Außerdem hätten starker Wind und Regen am späten Nachmittag an mehreren Stellen Bauteile gelöst, sagte ein Feuerwehrsprecher. „Es war schon ordentlich windig.“ Insgesamt halte sich die Zahl der Einsätze noch im Rahmen des Normalen. Der Ausnahmezustand sei nicht ausgerufen worden.
In der Oberpfalz mussten die Einsatzkräfte 30 Mal ausrücken. In Sulzbach-Rosenberg drohte ein Strommast umzustürzen, der neben einem Zirkus stand. In Auerbach (beide Kreis Amberg-Sulzbach) kippte der Fahnenmast an einer Schule um.
Im Raum Bad Sulza in Thüringen wurde nach Angaben des Übertragungsnetzbetreibers 50 Hertz ein Strommast einer Überlandleitung erheblich beschädigt. Es sei aber nicht zu Stromausfällen gekommen.
Autofahrer, die im Herbst mit ihrem Fahrzeug unterwegs sind müssen weiter mit Stürmen rechnen. Damit die Wetterkapriolen den Wagen nicht ins Schlingern bringen, rät der ADAC, die Geschwindigkeit zu reduzieren und sich so Zeit und Möglichkeiten zu verschaffen, auf die Windböen zu reagieren. Hinweise auf riskante Stellen liefern Windsäcke und Warnschilder, doch auch ein Blick auf die Baumwipfel und Sträucher lässt oft erkennen, wie stark die Luftbewegungen sind und aus welcher Richtung der Sturm angreift.
Auf Brücken und in Waldschneisen sollte der Fahrer besonders konzentriert unterwegs sein, denn dort ist die Gefahr, von Seitenwinden und Böen getroffen zu werden, am größten. Besonders heftig fällt der Angriff aus, wenn eine Dachbox installiert ist oder Fahrräder transportiert werden. Dasselbe gilt für Wohnmobile und Wohnwagen-Gespanne. Erhöhte Vorsicht sollten Autofahrer auch walten lassen, wenn sie nach dem Überholen aus dem Windschatten eines Lkw oder Busses herausfahren.
Verursachen umstürzende Bäume oder herab fallende Äste einen Sturmschaden, so können die Schäden laut dem Autoclub über die Teilkaskoversicherung abgewickelt werden. Allerdings begleichen nach Aussage der Experten viele Versicherer einen Sturmschaden erst ab einer bestimmten Windstärke, und wer auf einen bereits umgestürzten Baum auffahre, gehe bei der Teilkaskoversicherung sowieso leer aus. Hier springt – sofern vorhanden – die Vollkaskoversicherung ein.
SID/BMO/dpa/nbo




