Berlin

Blitzeinschläge und Hitze legen Berliner S-Bahn lahm

Nach erneuten Höchstwerten von 34 Grad zogen heftige Unwetter über Berlin und Brandenburg. Der Verkehr auf der S25 wurde zeitweise eingestellt.

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Erst stöhnte Berlin unter der Hitze, dann trafen Unwetter Teile der Stadt. Am frühen Montagabend legten mehrere Blitzeinschläge S-Bahnlinien in Tegel und Grünau lahm. Der Verkehr auf der Linie S25 musste zwischen Hennigsdorf und Tegel zeitweise komplett eingestellt werden. Als Ersatz fuhren Busse. Am Grünauer Kreuz fuhren die S-Bahnen der Linien S45, S46, S8 und S9 nur unregelmäßig und mit Verspätung. Zuvor hatte die hochsommerliche Hitze der S-Bahn bereits zu schaffen gemacht, wie ein Sprecher bestätigte. Wegen ausgefallener Klimaanlagen in den Führerständen und überhitzter Elektronik fielen Fahrten aus. Bis zum späten Nachmittag sei „etwa ein Dutzend“ Züge betroffen gewesen, so der Sprecher.

Bäume entwurzelt und Dächer abgedeckt

Die Unwetter und heftige Windböen entwurzelten in Brandenburg Bäume und deckten Dächer ab. Nach Angaben der Leitstelle in Eberswalde musste die Feuerwehr in kurzer Zeit zu rund 60 Einsätzen ausrücken. Besonders betroffen waren die Gemeinden Joachimsthal, Althüttendorf und Parsteinsee im Landkreis Barnim. Auch in Brandenburg gab es Zugausfälle. Zeitweilig waren die Bahnstrecken zwischen Berlin und Stettin sowie die Verbindung Eberswalde-Joachimsthal der Ostdeutschen Eisenbahn (Odeg) unterbrochen. In Frankfurt (Oder) wurden mehrere Straßen überspült.

Während Tausende Berliner die tropischen Temperaturen für einen Besuch im Freibad oder am Badesee nutzten, bekamen andere die Kehrseite des Wetters zu spüren. Die Feuerwehr meldete wegen hitzebedingter Kreislaufschwächen einen leichten Anstieg der Notfalleinsätze. In den Rettungsstellen des Klinikkonzerns Vivantes hätten sich aber nur wenig mehr Patienten als üblich gemeldet, sagte Sprecherin Mischa Moriceau. In der Charité machte sich der rapide Temperaturanstieg noch nicht bemerkbar. Bei empfindlichen Menschen wie Kindern, Älteren und Patienten mit Vorerkrankungen, gebe es erfahrungsgemäß erst nach mehreren heißen Tagen gesundheitliche Probleme, sagte Ralf Offermann, Oberarzt in der Rettungsmedizin.

Hitzefrei bleibt an Berliner Schulen die Ausnahme

An den Berliner Schulen bleibt hitzefrei die Ausnahme. Eine Regelung, nach der ab einer bestimmten Temperatur der Unterricht ausfällt, sei abgeschafft worden, sagte eine Sprecherin der Bildungsverwaltung am Montag. Der Unterricht solle vielmehr „den Witterungsverhältnissen angepasst stattfinden“. Nur wenn eine solche Lösung nicht möglich sei, könne die Schulleitung im Einzelfall hitzefrei geben.

Die Senatsumweltverwaltung warnte am Montag vor hohen Ozonwerten und rief dazu auf, möglichst das Auto stehenzulassen. Auch für Dienstag erwarten die Meteorologen Temperaturen von bis zu 28 Grad. Gewitter sollen aber Abkühlung bringen.