Zahlreiche Einsätze

Berliner Feuerwehr ruft wegen Unwetter Ausnahmezustand aus

Vollgelaufene Keller, Flüsse, die über die Ufer treten: Ein schweres Unwetter hat in der Nacht zu Mittwoch die Feuerwehr auf Trab gehalten.

Die Berliner Feuerwehr hat in der Nacht zum Mittwoch wegen eines Unwetters den Ausnahmezustand ausgerufen. Wir sind derzeit im Ausnahmezustand“, sagte ein Feuerwehrsprecher. Hauptsächlich müssten sich die Feuerwehrleute um Wasserschäden kümmern.

Bis 03.30 Uhr gab es 250 Einsätze, wie ein Feuerwehrsprecher am Morgen sagte. In 229 Fällen mussten sich die Rettungskräfte um Wasserschäden in Wohnungen und auf Straßen kümmern, wie ein Sprecher sagte. Viermal räumte die Feuerwehr umgestürzte Bäume oder heruntergefallene Äste beiseite. Bis zum frühen Morgen habe Ausnahmezustand geherrscht, fügte der Sprecher hinzu. Betroffen war hauptsächlich der Norden Berlins.

Zur Unterstützung der 530 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr wurden 200 Kräfte von freiwilligen Feuerwehren angefordert. In einem Fall wurde eine Frau gerettet, weil in ihre Wohnung Wasser gelaufen war. Sie hatte, weil Stromkabel auf dem Boden lagen, einen Stromschlag befürchtet. Meist rückte die Feuerwehr bei vollgelaufenen Kellern an.

Das Flüsschen Panke trat über die Ufer. Noch am Mittwochmorgen war die Feuerwehr dabei, an mehreren Stellen in Berlin-Wedding Wasser abzupumpen. Betroffen war auch die Feuerwehr selbst, da der Keller der Feuerwache in Karow überflutet wurde. Gegen 03.30 Uhr wurde der Ausnahmezustand nach vier Stunden aufgehoben.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Potsdam hatte am Dienstagabend eine Unwetterwarnung vor schwerem Gewitter mit Sturmböen, Starkregen und Hagel für Berlin herausgegeben. Binnen einer Stunde prasselten dann teilweise mehr als 20 Liter Wasser je Quadratmeter vom Himmel.

Hauptsächlich war der Norden der Stadt betroffen, wo es besonders viel geregnet hatte Es gab aber auch Einsätze im restlichen Stadtgebiet.

Unwetterfolgen in Brandenburg diesmal weniger stark

Die Folgen des Gewitters in der Nacht zum Mittwoch sind in Brandenburg weniger stark gewesen als die Schäden durch das Unwetter am Montagnachmittag. So lief eine Bahnunterführung in Hohen Neuendorf (Oberhavel) einen Meter hoch mit Wasser voll, wie das Lagezentrum der Polizei in Potsdam mitteilte.

Zahlreiche Blitzeinschläge vor allem im Norden Brandenburgs blieben nach ersten Angaben ohne Folgen. Einige Straßen im Norden waren überflutet. Am Montag waren dagegen vor allem in Frankfurt (Oder) mehr als 50 Bäume umgestürzt. Die Bahnlinie zwischen Eberswalde und Angermünde musste zeitweilig wegen umgestürzter Bäume gesperrt werden.