Die gegenwärtigen Magen-Darm-Erankungen in mehreren Bundesländern ist nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) die größte von Lebensmitteln ausgelöste Krankheitswelle dieser Art in Deutschland.
Es seien mindestens 8962 Menschen in Ostdeutschland betroffen – größtenteils Kinder und Jugendliche, wie es im RKI-Lagebericht vom Montag heißt. Erste Fälle gab es demnach schon am 19. September 2012; also mehr als eine Woche, bevor die Erkrankungen offiziell bekannt wurden. Es sei aber nicht sicher, ob diese „einem separaten Geschehen zuzuordnen sind“. Die genaue Ursache für den Brechdurchfall ist weiter unklar. Sicher ist offenbar: Die Erkrankungen hängen mit dem Schulessen der Firma Sodexo zusammen.
Die Zahl der Erkrankungen hat sich nach Angaben des RKI seit dem Wochenende um weitere 600 Fälle erhöht. Insgesamt seien den Behörden damit 8962 Krankheitsfälle in fünf Bundesländern gemeldet worden.
In Berlin seien 2223 Menschen betroffen, heißt es. Am Sonnabend waren 2213 Fälle gemeldet worden. In Brandenburg hat sich die Zahl auf 2896 erhöht. Das sind 481 Fälle mehr als noch am Sonntag. Es handele es sich aber nicht um neue Krankheitsfälle, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums. Die Betroffenen hätten sich nur vorher nicht bei den Behörden gemeldet.
Suche nach Ursache auf Hochtouren
Bei der Suche nach der Ursache gibt es immer noch keine Erfolge. Es sei immer noch unklar, ob es sich um eine virale oder bakterielle Erkrankungen handele, sagte eine Sprecherin des Brandenburger Gesundheitsministeriums am Montag. Dies werde aber „mit Hochdruck“ untersucht. Auch ob ein bakterieller Giftstoff die Ursache ist, soll geprüft werden.
Auslöser der Beschwerden war möglicherweise verdorbenes Essen des Caterers Sodexo.
Weitere Lieferungen von Sodexo
Alle Einrichtungen in Brandenburg, bei denen Erkrankungen aufgetreten sind, würden von Sodexo beliefert, sagte die Sprecherin. Allerdings seien nicht alle von Sodexo belieferten Betriebe auch von der Krankheitswelle betroffen – und das, obwohl es für alle nur eine Produktionsstätte gebe. „Die Suche ist fast schon kriminalistisch“, sagte sie.
Lebensmittel, die die Krankheiten ausgelöst haben könnten, wurden indes sichergestellt. Diese werden nun in Labors untersucht. In den möglicherweise als Verursacher in Betracht kommenden Betrieben wurden Betriebskontrollen durchgeführt und dem Landeslabor Berlin-Brandenburg Proben zur Untersuchung zugeleitet.
Die Brandenburger Grünen forderten angesichts der Erkrankungswelle eine bessere Schulverpflegung im Land. „Durch den hohen Kostendruck wird auf Massenware gesetzt – dabei bleibt die Qualität auf der Strecke“, sagte der Gesundheits-Experte der Grünen-Fraktion, Michael Jungclaus. Kleine und mittlere Unternehmen, die auf regionale Produkte setzten, hätten gegen die Großbetriebe keine Chance.



