Die Zahl der in Berlin erkrankten Kinder und Jugendlichen ist innerhalb weniger Stunden von rund 600 auf 2176 gestiegen. Das teilten die Senatsverwaltungen für Gesundheit und Verbraucherschutz am Freitag mit. 58 Schulen und 22 Kitas sind betroffen.
Bundesweit leiden derzeit mehrere Tausend Betroffene an Durchfall und Erbrechen. Vermutet wird, dass sie durch verunreinigtes Schulessen eines bundesweit tätigen Caterers erkrankten.
Allein in Marzahn-Hellersdorf seien rund 500 Kinder betroffen. „Wir sind fieberhaft dabei zu untersuchen, worum es sich handelt“, sagte die Staatssekretärin für Gesundheit, Emine Demirbüken-Wegner (CDU), mit Verweis auf den noch unbekannten Erreger. Eine Kita und eine Schule seien geschlossen worden.
Seit Dienstag sind in vier ostdeutschen Bundesländern mehrere tausend Kinder und Jugendliche erkrankt. Sie leiden unter Durchfall und Erbrechen. Am Freitagvormittag hatte die Bildungsverwaltung zunächst von rund 600 Fällen gesprochen. Noch mehr Erkrankungen als die nun bekannten würden nicht ausgeschlossen, hieß es weiter.
Ursache der Magen-Darm-Krankheit derzeit unbekannt
Zu den in Berlin Betroffenen gehört auch der neunjährige Viktor. Als er sich am Mittwochmittag für das Gericht „Fischli“ in der Kantine an der Carl-Orff-Grundschule entschied, konnte er noch nicht ahnen, dass er sich damit einen Magen-Darm-Krankheit einfangen würde. Zwei Tage später ist bei Viktor nach Bauch- und Kopfschmerzen sowie Ermattung eine Besserung in Sicht. Am Donnerstag hatte der Junge noch mit starker Übelkeit und Fieber zu kämpfen. Auch für einige seiner Mitschüler starten die Herbstferien, die morgen anfangen, mit Magenkrämpfen.
Berichtet wird, dass allein an der Rosa-Luxemburg-Oberschule in Pankow zwischen 40 und 50 Schüler dem Unterricht fernblieben. Teilweise sind ganze Klassen erkrankt. Auch am Gymnasium Steglitz gab es 40 Krankmeldungen. Im Laufe des Schultags klagten viele weitere Kinder über Beschwerden, sodass die Schulleitung beschloss die Jungs und Mädchen ab 11.30 Uhr nach Hause zu schicken.
Die Ursache der Magen-Darm-Krankheit ist derzeit noch unbekannt. Ob es sich tatsächlich um einen Norovirus handelt, wird unter Leitung des Robert-Koch-Instituts untersucht. Allerdings verdichten sich die Hinweise, dass der Keim aus den Küchen des Rüsselsheimer Catering-Unternehmens Sodexo stammt.
Immer mehr Elternräte fordern die Schulen auf, die Verpflegung in der Mittagspause neu zu strukturieren. „Wir müssen weg von der Großküche“, sagte Günter Peiritsch, Vorsitzender des Landeselternausschusses.
Auch Carolina Harthmann, die Mutter von Viktor, findet es „beängstigend“, was bei ihrem Sohn zwischen zwei Schulstunden auf den Tisch kommt. „Fälle wie diese sollten auch ein Anstoß sein das Konzept für Schulessen zu überdenken“, sagt die Mutter.


