Berlin-Dahlem

Großeinsatz nach Terror-Fehlalarm an US-Konsulat

Drei Mitarbeiterinnen kamen zur Beobachtung in eine Klinik. Gefährliche Substanzen wurden nicht entdeckt.

Nach den Anschlägen auf mehrere US-Vertretungen in arabischen Ländern sorgte ein Polizeieinsatz am amerikanischen Konsulat in Berlin am Donnerstag für Aufregung. Vorübergehend herrschte die Annahme, auch die Hauptstadt könnte Ziel eines terroristischen Angriffs geworden sein. Dabei handelte es sich jedoch vermutlich um einen Fehlalarm, wie sich wenige Stunden später herausstellte. Drei Mitarbeiterinnen hatten über Atembeschwerden geklagt, nachdem ein Mann einer von ihnen seinen Pass gegeben hatte.

Der 38 Jahre alte Mann hatte das Konsulat nach Polizeiangaben am Vormittag gegen elf Uhr betreten, um einen Termin in der Visumabteilung wahrzunehmen. Als er einer Mitarbeiterin seinen albanischen Ausweis überreichte, klagte die Frau kurz darauf über Unwohlsein und Probleme beim Atmen.

Zwei weitere Mitarbeiterinnen äußerten die gleichen Beschwerden. Aufgrund der jüngsten Ereignisse offenbar noch stärker sensibilisiert, zögerten die Kollegen der Frauen nicht lange, Polizei und Feuerwehr zu alarmieren. Mit einem Großaufgebot sicherten die Beamten den vermeintlichen Tatort und evakuierten zunächst den Visumbereich des amerikanischen Konsulats. Zeitgleich versorgten ein Notarzt und Rettungssanitäter die Mitarbeiterinnen, denen es schon bald besser ging. Vorsorglich wurden die Frauen dennoch ins Krankenhaus gebracht.

Da es sich beim US-Konsulat um exterritoriales Gebiet handelt, konnte die Berliner Polizei den Einsatz nicht einfach auf Grundlage deutscher Rechtsvorschriften abwickeln und den zu diesem Zeitpunkt als tatverdächtig geltenden Mann, der sich immer noch im Konsulat aufhielt, vernehmen. „Solange die Amerikaner uns nicht darum bitten, kann die Berliner Polizei den Bereich nicht betreten“, sagte Polizeisprecher Stefan Redlich.

Offenbar hielten die Sicherheitsmitarbeiter des Konsulats den 38-Jährigen in Gewahrsam. Schließlich durften die Polizeibeamten den Visumbereich doch betreten, um die Räume sowie den Pass nach möglichen giftigen Substanzen zu untersuchen. „Es wurde keine chemische oder biologische Substanz gefunden“, sagte eine Sprecherin der US-Botschaft Morgenpost Online. Der 38-Jährige kam wieder auf freien Fuß. Gegen ihn wird laut Polizei nicht ermittelt.

Während des Einsatzes wurde das Konsulat an der Clayallee in Dahlem abgesperrt. Die Mitarbeiter verfolgten die polizeilichen Ermittlungen vom Garten aus. Feuerwehrleute waren mit Schutzoveralls und Atemmasken im Einsatz. Auch Dekontaminationskabinen wurden aufgebaut. Neben der Polizei war die Feuerwehr mit 50 Einsatzkräften, einem Notarzt und vier Rettungswagen vor Ort.