Ein dramatischer Zwischenfall in einer Familie in Berlin-Rudow (Bezirk Neukölln), der beinahe tödlich geendet hätte, beschäftigt seit Dienstag die Mordkommission des Landeskriminalamts. Ein 60 Jahre alter Mann feuerte am Dienstagmorgen gegen 8.30 Uhr in einem Einfamilienhaus an der Straße Am Espenpfuhl einen Schuss mit seiner Waffe ab und traf seinen Enkel (20) im Oberkörper. Mit schweren Verletzungen wurde der junge Mann ins Krankenhaus gebracht. Lebensgefahr bestand nach Angaben der Polizei nicht. Der 60-Jährige wurde kurz darauf festgenommen.

Die Polizei ermittelt wegen versuchten Totschlags. Am späten Nachmittag wurde bekannt, dass der Großvater offenbar gezielt geschossen hat. In seiner Vernehmung wollte sich der 60-Jährige zu dem Vorfall nicht äußern. Sein Enkel konnte noch nicht ausführlich befragt werden. Er befindet sich zur stationären Behandlung im Krankenhaus.

Die Polizei vermutet das Motiv in familiären Streitigkeiten. Nach Informationen von Morgenpost Online soll der 60-Jährige zusammen mit seiner Tochter und deren Sohn in dem Haus gelebt haben. Der Großvater soll früher einen Schlüsseldienst besessen haben und durch ein Geschäft mit mutmaßlichen Betrügern in finanzielle Schwierigkeiten geraten sein. Um die Kosten für Haus und Grundstück an der Straße Am Espenpfuhl weiter aufbringen zu können, sei die Tochter mit ihrem Sohn eingezogen. Zwischen dem 60-Jährigen und seiner Tochter sowie dem Enkel soll es aber Spannungen gegeben haben.

Bis in die Abendstunden hielten sich die Ermittler der 3. Mordkommission in dem Einfamilienhaus auf und untersuchten den Tatort. Dabei entdeckten sie noch weitere Schusswaffen. Bisher geht die Polizei davon aus, dass der Großvater die Waffen illegal besaß. Auch diesbezüglich wurden Ermittlungen aufgenommen. Die Beamten hoffen, durch die Vernehmung des Enkels weitere Einzelheiten zum Motiv des Großvaters herausfinden zu können.

plet/ur