Löwenbaby

Grüne Politikerin kritisiert Inzucht im Berliner Zoo

In Berlin wurde das letzte Löwenbaby eingeschläfert. Claudia Hämmerling wirft dem Zoo planmäßige Inzucht vor.

Foto: DPA

Im Berliner Zoo gibt es keine jungen Löwen mehr. Das letzte Jungtier Miron wurde eingeschläfert, weil in seinem Gehirn Knochensplitter waren, wie Kurator Heiner Klös am Mittwoch sagte. Ein anderes Löwenkind sei an einen anderen Zoo abgegeben worden. Die Grünen-Tierschutzexpertin Claudia Hämmerling warf dem Berliner Zoo vorgeworfen, aus finanziellen Gründen Inzucht zu betreiben. "Inzucht wird in Kauf genommen, um süße Tierbabys als Besuchermagneten zu haben", sagte die Abgeordnete am Mittwoch. Die jüngsten Vorfälle bei den Löwen im Zoo seien die Auswüchse einer "unkontrollierten Nachwuchsproduktion". Klös bestätigte am Mittwoch, dass die Elterntiere Akifi und Aru Geschwister sind.

Die morphologischen Veränderungen im Gehirn des Löwen seien jedoch nicht auf einen genetischen Defekt zurückzuführen, sagte der Kurator. "Wenn es eine Inzuchterscheinung wäre, hätten die Veränderungen auch bei seinen Geschwistern auftreten müssen. Das war aber nicht der Fall."

Ob die Löwenzucht nach rund 150 Jahren im Hauptstadt-Zoo eingestellt wird, blieb indes offen. Klös sagte aber: "Unter der jetzigen Konstellation gibt es keinen Nachwuchs mehr bei den afrikanischen Löwen. Es wird sich zeigen, wie es weitergeht."

Zur Startseite
© Berliner Morgenpost 2017 – Alle Rechte vorbehalten.