Exzellenzinitiative

Humboldt Uni wird zur zweiten Elite-Hochschule in Berlin

Die Hauptstadt hat nun zwei Elite-Universitäten. Neben der Freien Universität darf sich jetzt auch die HU mit dem Titel schmücken.

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Erleichterung, Stolz und Feierlaune: An der Humboldt-Universität Berlin ist Präsident Jan-Hendrik Olbertz bester Laune. Seit Freitag gehört Berlins älteste Uni endlich auch zum erlauchten Kreis der deutschen Elite-Hochschulen. Mit der Freien Universität, die ihren Exzellenz-Status erfolgreich verteidigt hat, besitzt die Hauptstadt nun gleich zwei Spitzen-Unis. „Das ist atemberaubend“, sagt Olbertz. Das werde eine richtige Sogwirkung haben – im immerwährenden Wettstreit um die besten Köpfe in der Wissenschaft. Die Konkurrenz schläft nicht.

Auch München hat zwei Elite-Unis. Die HU will schon ab Sonnabend die Werbetrommel rühren. Ein bisschen ist es bei der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern wie beim Fußball: Es geht um Teams, Taktik, Auswahlrunden und den Aufstieg in die Spitzenklasse. Und zum Schluss gibt es Geld – 2,4 Milliarden Euro werden nun an die elf siegreichen Hochschulen verteilt. Die HU hofft auf rund 250 Millionen Euro. Die FU hat seit 2007 bereits 120 Millionen Euro bekommen. Mit frischem Geld kann sie ihre bestehenden Projekte fortführen – und neue anschieben.

Einem sportlichen Vergleich ist FU-Präsident Peter-André Alt gar nicht abgeneigt. „Wir sind wie Borussia Dortmund, zweimal Meister“, scherzt er. Bei der HU war es kritischer und sah ein bisschen nach Abstiegskampf aus. Hätte sie bei ihrem Zukunftskonzept erneut gepatzt, würden nun Millionen für die Umsetzung fehlen.

Von Konkurrenzgefühlen der Berliner Sieger ist am Freitag nichts mehr zu spüren. Einige Forschungsprojekte haben sie zwar gemeinsam beantragt, aber im Großen bleibt es eben ein Wettbewerb. Hinter den Förderanträgen steckt unglaublich viel Zeit und jahrelange Feinarbeit. Nun beglückwünschen sich HU und FU gegenseitig zum Erfolg. Und den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) freut er auch. „Ein hervorragendes Zeugnis“, lobt er am Freitag. In der Konkurrenz der Regionen um hervorragende Wissenschaftler und engagierte Studenten bedeute diese Auszeichnung „einen weiteren dicken Pluspunkt für Berlin“.

Die Humboldt-Uni hält gleich auch noch das Fähnchen für Ostdeutschland hoch. Außer ihr hat im Osten nur die Technische Uni Dresden das begehrte Exzellenz-Siegel bekommen. Alle anderen Elite-Titel gingen nach Westdeutschland – Köln, Aachen, Heidelberg, Tübingen, München und Konstanz. Die Europa-Universität in Frankfurt (Oder) war in dem Wettbewerb glücklos. Sie hatte sich mit einem speziellen Forschungsverbund zum Thema Grenzen beworben.

Noch eine Wettbewerbsrunde dieser Art wird es nicht geben. Die Exzellenzinitiative läuft 2017 aus. Danach sollen neue Förderwege gefunden werden. Doch dafür müssen erst die gesetzlichen Grundlagen geschaffen werden. Für mögliche neue Kooperationsform zwischen Land und Bund hat Berlin aber auch schon ganz heiße Kandidaten: die Charité und das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin.

Nachfolgend eine Übersicht über die bisherigen und die neuen Elite-Unis in Deutschland:

Die bisherigen Elite-Unis:

– Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen

– Freie Universität Berlin

– Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

– Georg-August-Universität Göttingen

– Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

– Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

– Universität Konstanz

– Ludwig-Maximilians-Universität München

– Technische Universität München

Die neue Gruppe der Spitzen-Hochschulen:

– Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen

– Freie Universität Berlin

– Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

– Universität Konstanz

– Ludwig-Maximilians-Universität München

– Technische Universität München

– Humboldt-Universität Berlin

– Universität Bremen

– Technische Universität Dresden

– Universität Köln

– Eberhard-Karls-Universität Tübingen