Neue Studie

Professoren aus aller Welt drängen nach Berlin

Berlin hängt München ab: Die meisten ausländischen Wissenschaftler entscheiden sich bei einem Forschungsaufenthalt für die Hauptstadt.

Foto: Freie Universität Berlin

Gastwissenschaftler aus aller Welt entscheiden sich bei einem Forschungsaufenthalt in Deutschland am liebsten für Berlin. Das zeigt eine neue Rangliste der Alexander-von-Humboldt-Stiftung.

Demnach liegen die Freie Universität (FU) und die Humboldt-Universität (HU) mit deutlichem Abstand vor der Ludwig-Maximilians-Universität in München (LMU). Die Technische Universität (TU) belegt in dem Ranking Rang acht.

Auch bei den außeruniversitären Einrichtungen liegt Berlin deutlich vorne: 68 ausländische Wissenschaftler forschten allein mit einem Stipendium der Humboldt-Stiftung in den vergangenen fünf Jahren am Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft, das sich mit Physikalischer Chemie beschäftigt.

Mit der Analyse der Ziele ihrer Stipendiaten zwischen 2007 und 2011 untersucht die Humboldt-Stiftung, welchen Ruf die deutschen Hochschulen bei Forschern im Ausland haben und welche Universitäten in den vergangenen Jahren die meisten Gastwissenschaftler anziehen konnten.

Demnach entschieden sich gemessen an der Größe der Hochschule fast doppelt so viele ausländische Forscher für Berliner wie für Münchner Universitäten. Insgesamt 286 Stipendiaten wählten die FU Berlin als ihren Gastgeber, 263 Wissenschaftler entschieden sich für die Humboldt-Universität. Auffällig ist zudem der Erfolg der sogenannten Exzellenzuniversitäten, von denen sich immerhin sechs unter den Top Ten befinden.

FU-Präsident Peter-André Alt lobte seine Hochschule als „internationale Netzwerkuniversität“. Die Ergebnisse seien ein positives Signal. „Die traditionell hohe Reputation, die die Freie Universität im In- und Ausland genießt, ist damit nochmals gesteigert worden“, sagte Alt.

Die unabhängige Alexander-von-Humboldt-Stiftung ist die wichtigste Anlaufstelle für Wissenschaftler aus dem Ausland. In den letzten fünf Jahren kam es zu rund 6000 Forschungsaufenthalten. Hinter jedem von ihnen steht nach Einschätzung der Stiftung die Entscheidung für einen Gastgeber in Deutschland und eine Aussage darüber, „in welchen Fachbereichen die deutsche Forschung so gut ist, dass sie den internationalen Wettbewerb um die besten Köpfe gewinnt“. Außerdem zeige sich, welche Wissenschaftler in Deutschland besonders intensive internationale Kontakte pflegen.

Neben dem Gesamtranking hat die Stiftung auch Ranglisten für die vier großen Wissenschaftsbereiche erstellt. Bei den Geisteswissenschaften belegen FU, HU und die Universität Freiburg die ersten Plätze. Das entspricht den Ergebnissen vom letzten Ranking aus dem Jahr 2009.

Auch in den Lebenswissenschaften, wozu Medizin und Biologie zählen, führt die Freie Universität Berlin das Ranking an, es folgen Potsdam und Kaiserslautern. In diesem Bereich lag die FU früher weiter hinten.

In den Naturwissenschaften liegt die Universität Regensburg vorne, die FU ist neunter, die HU zehnter. In diesen Fächern haben die Berliner Hochschulen im Vergleich zu 2009 und zu den anderen Universitäten an Boden verloren. Bei den Ingenieurwissenschaften führt Göttingen vor Münster, der HU und Potsdam.