Erneut muss sich eine Mutter für die Tötung ihres Neugeborenen vor dem Berliner Landgericht verantworten. An diesem Donnerstag beginnt der Prozess wegen Totschlags gegen eine 41-jährige Berlinerin.
Die Frau soll den lebenden Säugling in ein Handtuch gewickelt, in eine Mülltüte gepackt und aus dem Fenster im 5. Stock geworfen haben. Anschließend habe sich die geständige Berlinerin nach Darstellung von Gerichtssprecher Tobias Kaehne schlafen gelegt.
Erst in der vergangenen Woche war eine 25-Jährige wegen der Tötung ihres Babys zu vier Jahren Haft verurteilt worden.
Im Fall der 41-jährigen Mutter fand ein Anwohner die Leiche des Babys am 20. November 2011 in einem blauen Müllsack im betonierten Innenhof eines Mehrfamilienhauses am Spandauer Damm in Berlin-Charlottenburg. Den Ermittlungen nach war der Junge an den Folgen des Sturzes gestorben.
Die Frau sitzt nach Angaben von Gerichtssprecher Kaehne seither in Untersuchungshaft. Die Mutter von vier weiteren Kindern soll den Jungen am Abend des 19. November allein im Badezimmer zur Welt gebracht haben. Ihr Lebensgefährte und eine Tochter hielten sich in einem anderen Raum auf.
Nach früheren Angaben der Angeklagten habe ihr Lebensgefährte die Schwangerschaft nicht bemerkt. Die Frau hatte zwei ihrer vier Kinder zur Adoption freigegeben. Das Paar habe nach Darstellung der Mutter keine weiteren Kinder haben wollen. Das genaue Motiv für die Tötung des Neugeborenen sei aber bisher offen, sagte der Gerichtssprecher.
Im vergangenen November hatte auch eine 25-jährige Frau ihren Sohn allein im Badezimmer entbunden und dann erstickt. Die Berlinerin hatte den Säugling in den Müll geworfen. Die inzwischen verurteilte Mutter von zwei weiteren kleinen Jungen hatte eigenen Angaben nach Angst, von ihrem Lebensgefährten verlassen zu werden.
dpa/mim




