Rund sechs Wochen nach dem Fund einer toten Vierjährigen in Erkner (Oder-Spree) soll geprüft werden, ob die tatverdächtige Mutter zurechnungsfähig ist. Eine Begutachtung von Annemarie S. werde derzeit vorbereitet, sagte am Montag ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder). Gegen die Mutter, die in einer Psychiatrie untergebracht ist, laufen Ermittlungen wegen des Verdachts des Totschlags.
Ob die Verdächtige schuldfähig ist oder nicht, hat Folgen für den Umgang mit dem Fall. Das Ergebnis sei jedoch völlig offen, betonte der Sprecher. Sollte die Mutter voll schuldfähig sein, könnte sie im Fall einer Anklage nicht unbedingt auf ein mildes Urteil hoffen. Wenn sie aber nicht schuldfähig sein sollte, wäre auch denkbar, auf eine Anklage zu verzichten.
Nach dem grausigen Fund am 21. April war die 20-Jährige vorläufig festgenommen und in die Psychiatrie gebracht worden. Die Leiche des kleinen Mädchens Klara war in der Wohnung entdeckt worden. Mutter und Kind zogen im November 2011 in den Ort, nachdem sie Mecklenburg-Vorpommern verlassen hatten. Ende März hat das Jugendamt Oder-Spree Kontakt zu der Frau gesucht. Einen vereinbarten Termin hatte sie aber kurzfristig abgesagt und war danach nicht mehr erreichbar.
Anlass für das Einschreiten der Behörde war eine Bitte des Großvaters des Mädchens, der in der Nähe wohnt. Zuletzt hatte es geheißen, dass es für die mit dem Fall befassten Jugendämter in Oder-Spree, Rostock und Rügen-Vorpommern keine Anhaltspunkte für eine Gefährdung des Wohl des Kindes gegeben habe.
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