Prozess

Räuber gestehen Sprengung von Geldautomaten

Die beiden Täter ergatterten bei ihren Raubzügen kein Geld – verursachten aber einen Schaden von mehr als 46.000 Euro.

Foto: DAPD

Sie sind ein trauriges Duo, der 29 Jahre alte Robert P. und der ein Jahr jüngere Steve H. Beide gaben am Mittwoch vor einer Moabiter Strafkammer zu, zwischen März und August 2011 in verschiedenen Berliner Banken fünf Mal Geldautomaten gesprengt zu haben. Es gab mächtige Detonationen. Der Gesamtschaden beläuft sich auf mehr als 45.000 Euro. Und in einem Fall – eine Postbankfiliale in Steglitz – befand sich der gesprengte Geldautomat in einem Wohngebäude mit 13 Etagen. Nach Einschätzung eines als Zeugen geladenen Ermittlungsführers der Kripo hätte die Detonation das bewohnte Haus bei einer ungünstigen statischen Konstellation durchaus auch zum Einstürzen bringen können.

Gebracht hatten diese gefährlichen Raubzüge jedoch nichts – in keinem Fall war es gelungen, an das Geld heranzukommen, das nach Auskunft eines Kripobeamten pro Automat bis zu 300.000 Euro betragen kann.

Beide Angeklagten sind ohne Beruf, haben noch offene Bewährungsstrafen und in Vorzeiten gemeinsam auch schon andere Straftaten begangen. Steve H. gab als Motiv an, er habe sich der Bitte seines guten Freundes nicht verweigern wollen. Robert P., offenkundig Chef des Duos, erklärte, es sei ein letzter krimineller Versuch gewesen. Er sei nach einer anderen Straftat bei der Festnahme durch ein Spezialeinsatzkommando der Polizei verletzt worden und leide seitdem unter epileptischen Anfällen. Deswegen sei er in Sorge gewesen, seine Familie „nicht mehr ernähren zu können“. Mit den gesprengten Geldautomaten habe er „das große Ding“ machen wollen, um anschließend ein bürgerliches Leben zu führen.

Als auch der fünfte Versuch misslang, an das große Geld heranzukommen, hatte das Duo aufgehört. Steve H. hatte jedoch in einer Bankfiliale an einem Klebeband eine DNA-Spur hinterlassen. Die war in einer Datenbank erfasst. „Das war für uns der Einsteiger“, sagte der Ermittlungsführer. Zwar trugen die Ganoven bei ihren Taten Go-Cart-Masken. Aber die Aufnahmen der Überwachungskameras hätten deutlich gezeigt, dass Steve H. einen großen, kräftigen Mittäter hatte. Der Rest war Routine: Die Beamten glichen ab, mit wem Steve H. schon Straftaten begangen hatten, stießen auf Robert P. und bekamen die letzten Hinweise, als die Telefonate der beiden abgehört wurden.

Der Prozess wird am 6. Juni fortgesetzt.