Nach dem Fund von drei falschen Rohrbomben am 1. Mai hat die Polizei interne Informationspannen eingeräumt. Es gebe Schwachstellen, sagte Polizei-Einsatzleiter Jürgen Klug am Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. Unklare Sachverhalte müssten künftig sicherer und schneller geklärt sowie gleich gemeldet werden. „Wir prüfen ein Online-Verfahren, um den Informationsfluss zu verbessern.“ Die Fundstücke stellten sich erst im Nachhinein als ungefährlich heraus.

Die amtierende Polizeipräsidentin Margarete Koppers hatte die Öffentlichkeit eine Woche nach dem Fund von drei Metallrohren mit Zündschnur bei der sogenannten „Revolutionärer 1. Mai“-Demonstration informiert. Die späte Information hatte Kritik und Verunsicherung ausgelöst. Doch die Gefährdungs-Einschätzung stimmte nicht.

Die Polizei hatte inzwischen eingeräumt, dass die Rohre nicht explosionsfähig waren. Koppers sprach am Montag von einem „pyrotechnischen Nebelsatz“. Die Beamtin sagte, der Schnelltest bei der chemischen Analyse der gefundenen Substanzen in den Rohren sei erstmalig falsch gewesen und habe deshalb zu einer falschen Einschätzung der Gefährlichkeit geführt. Künftig werde die Lage erst beurteilt, wenn belastbare Laborergebnisse vorliegen, sagte Innensenator Frank Henkel (CDU).

dpa/bee