Die während der 1.-Mai-Demonstration an der Umzugsstrecke in Kreuzberg entdeckten Rohrbomben sind offenbar doch nicht so gefährlich gewesen, wie anfangs befürchtet wurde. Darauf scheinen erste kriminaltechnische Untersuchungen hinzudeuten, die am Donnerstag von Spezialisten auf dem Sprengplatz in Grunewald durchgeführt wurden. Nach einer Fernzündung durch Spezialisten am Nachmittag sei das in dem Rohr enthaltene Material langsam und gleichmäßig verbrannt, teilte die Polizei mit. Bei dem Versuch kam es weder zu einer Explosion und einer damit verbundenen Splitterbildung des Aluminiumsrohres. Es sei auch keine nennenswerte Rauchentwicklung oder sichtbare Flammen festgestellt worden.

Eine Einschätzung zur tatsächlichen Gefährlichkeit der Sprengvorrichtungen wollte die Polizei nicht abgeben. Die beiden anderen baugleichen Aluminiumrohre würden aber weiter spurentechnisch untersucht, hieß es weiter.

Wie berichtet, hatten Polizeibeamte während der „Revolutionären 1. Mai-Demonstration an der Kreuzung Oranien- und Lobeckstraße gegen 20.15 Uhr ein 40 Zentimeter langes gefülltes Metallrohr mit Lunte entdeckt und als Pyrotechnik eingestuft. Kurz darauf wurden auf dem Gehweg der Oranienstraße und auf der Fahrbahn in der Markgrafenstraße zwei weitere Rohrbomben gefunden. Erst am Montag dieser Woche hatte die amtierende Polizeipräsidentin Margarete Koppers die Öffentlichkeit darüber informiert.

Dass sie auch Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) nicht umgehend über die aktualisierten Erkenntnisse berichte hatte, bezeichnete Koppers am Mittwoch gegenüber dieser Zeitung als „bedauerlichen Fehler“. Henkel erklärte gestern, dass diese Kommunkationspanne ohne Nachspiel für Koppers bleben werde.

pol