Der langjährige Direktor der Berliner Polizeidirektion 1, Klaus Keese, bewirbt sich erneut als Chef der Hauptstadt-Polizei. Wie zu erfahren war, habe der 60-Jährige am Donnerstag seine Bewerbungsunterlagen abgeschickt. Keese hatte schon im Vorjahr seinen Hut in den Ring geworfen, unterlag jedoch. Er gab sich damit nicht zufrieden und zog vor Gericht. Dort stoppte er gleich zweimal das Auswahlverfahren.

Der frühere rot-rote Senat hatte den einstigen Chef der Bundespolizei Udo Hansen gegen den Willen der Linken vorgesehen. Der neue Innensenator Frank Henkel (CDU) akzeptierte die Entscheidung des Verwaltungsgerichts und schrieb die Stelle neu aus. Die Frist läuft bis zum 18. Mai.

Posten seit einem Jahr nicht besetzt

Der Chefposten bei der deutschlandweit größten Landespolizei-Behörde ist seit der Pensionierung von Dieter Glietsch vor knapp einem Jahr nicht regulär besetzt. Vizepräsidentin Margarete Koppers führt seitdem die Hauptstadt-Polizei kommissarisch. Sie habe sich bislang noch nicht beworben, hieß es bei der Polizei.

Die 50-Jährige kann bei einer Bewerbung trotz einer Informationspanne mit Unterstützung aus der Politik rechnen. SPD-Sicherheitspolitiker Tom Schreiber sagte: „Frau Koppers macht einen sehr guten Job.“ Vertreter der anderen Parteien äußerten sich ähnlich. Koppers war in die Kritik geraten, weil sie die Öffentlichkeit nach dem Fund von drei ungezündeten Rohrbomben bei einer 1. Mai-Demo erst knapp eine Woche später informiert hatte. Die Rohrbomben stellten sich inzwischen als nicht so gefährlich heraus wie zunächst befürchtet.

dpa/nbo