Trabrennfahrer Bernd W., der seine Ehefrau erschossen hatte, muss sechs Jahre und neun Monate ins Gefängnis. Das Berliner Landgericht verurteilte den 63 Jahre alten ehemaligen Profi-Sportler am Donnerstag wegen Totschlags in einem minderschweren Fall. Der Angeklagte habe seine Frau abgöttisch geliebt, er war ihr hörig, sagte Richter Ralph Ehestädt. Die 36-Jährige habe ihn gedemütigt und wollte sich nicht von ihren beiden Liebhabern trennen.
Der einst erfolgreiche Profi-Sportler der Trabrennbahn Berlin-Mariendorf hatte die Schüsse zugegeben. Vier Mal hatte er am 31. Oktober 2011 frühmorgens unter Einwirkung von Alkohol auf seine Frau geschossen. Die 36-Jährige verstarb wenige Minuten später in der gemeinsamen Wohnung im Bezirk Reinickendorf an inneren Blutungen und einer schweren Gehirnverletzung. Nach dem Beziehungsdrama hatte sich der Berliner der Polizei gestellt. Der 63-Jährige sitzt seither in Untersuchungshaft.
In der Ehe mit der 27 Jahre jüngeren Frau hatte es bis zuletzt Streit um die Liebhaber der Frau gegeben. Die Thailänderin hatte in einem Massagesalon gearbeitet und Kontakte zu anderen Männern. Auch zu Hause hatte sie Männer empfangen. Aus Liebe hatte sich der zuletzt arbeitslose Trabrennfahrer zudem mit 50.000 Euro verschuldet. Freunde und Bekannte hatten vor der Ehe gewarnt.
Schon zwei frühere Beziehungen von Bernd W. mit jungen Frauen waren gescheitert. Nach dem psychiatrischen Gutachten suchte der Angeklagte junge, attraktive Frauen zur Aufwertung seines Selbstwertgefühls. Lange Zeit habe er in der Illusion gelebt, es werde gutgehen in der Ehe, hatte der Gerichtsmediziner ausgesagt.
dpa/sei



