Der Berliner Jockey Bernd W., der seine Ehefrau erschossen hatte, soll nach dem Willen der Staatsanwaltschaft neun Jahre in Haft. „Der Angeklagte ist rasend eifersüchtig gewesen, er hat einen Menschen liquidiert“, sagte Ankläger Dirk Klöpperpieper in seinem Plädoyer. Der 63-jährige Trabrennfahrer hatte die Tat vor dem Berliner Landgericht gestanden, aber behauptet, er habe nicht töten wollen. Das Urteil soll am kommenden Donnerstag verkündet werden.
Dem einst erfolgreichen Jockey der Trabrennbahn Mariendorf wird Totschlag vorgeworfen. Am 31. August 2011 hatte er frühmorgens im Schlafzimmer der gemeinsamen Wohnung in Berlin-Reinickendorf vier Schüsse auf seine Frau gefeuert. Die 36-Jährige starb wenige Minuten später. Nach dem Beziehungsdrama hatte sich der Berliner der Polizei gestellt. Der 63-Jährige sitzt seither in Untersuchungshaft.
In der Ehe mit der 27 Jahre jüngeren Frau hatte es gekriselt. Die Thailänderin hatte in einem Massagesalon gearbeitet und Kontakte zu anderen Männern. „Er konnte nicht von der Frau lassen, und sie wollte nicht auf ihre Liebhaber verzichten“, hieß es im Plädoyer des Staatsanwalts. Klöpperpieper ging wegen der akuten Belastungssituation des Angeklagten, seiner Alkoholisierung und Übermüdung von einer verminderten Schuldfähigkeit aus.
Der zuletzt arbeitslose Profi-Sportler hatte gesagt, er habe die Frau beruhigen wollen. Er habe einfach geschossen, er wisse nicht warum. Der konkrete Auslöser für die Tat blieb aus Sicht der Staatsanwaltschaft offen. Die Version eines Beruhigungsversuchs mittels einer Schusswaffe bezweifelte der Ankläger.
dpa/ap



