TV-Entertainer

Berliner FDP bietet Harald Schmidt einen Job an

Ihren Humor hat die Berliner FDP noch nicht verloren. Sie reagiert auf eine Bemerkung von Harald Schmidt mit einer Einladung.

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Die Berliner FDP wirbt um den TV-Unterhalter Harald Schmidt. Der Bezirksverband Berlin-Mitte lud den Entertainer nach Parteiangaben vom Dienstag brieflich zur Mitarbeit ein und bereitet sich auf eine Kandidatur Schmidts für den Bezirksvorsitz vor.

Hintergrund ist ein Interview mit Schmidt, in dem er vergangene Woche Interesse an dem Posten durchblicken ließ. „Ich freue mich schon jetzt auf einen hochinteressanten Gegenkandidaten“, erklärte die Bezirksvorsitzende und stellvertretende Landeschefin Maren Jasper-Winter. Schmidts offizielle Bewerbung werde für die kommenden Tage erwartet. Einen Aufnahmeantrag für die FDP legte die 35 Jahre alte Juristin gleich ihrem Schreiben an Harald Schmidt bei.

Schmidt hatte in einem RBB-Interview mit dem FDP-Posten geliebäugelt und dies damit begründet, dass er einen Beitrag für das Land leisten wolle. Am Rande der Preisverleihung „Eisenbahner mit Herz“ in Berlin fragte er dann lächelnd: „Genügt das als Statement des kommenden FDP-Vorsitzenden von Berlin-Mitte?“

Unumwunden gab der gebürtige Baden-Württemberger zu, dass sein Herz in Wahrheit für die Hauptstadt schlägt: „Berlin ist eine Weltstadt, eine Metropole. Hier stimmt alles“, sagte Schmidt. Sein Pulsschlag gehe jedes Mal höher, wenn er in die Stadt komme – „egal mit dem Zug, mit dem Auto oder mit dem Privatjet“.

„Ich habe Herrn Schmidt so verstanden, dass er sich nach dem Aus seiner Late-Night-Show für ein Engagement in der FDP Berlin-Mitte interessiert“, erklärte Jasper-Winter. „Das freut mich sehr: Die FDP ist offen für Menschen wie Harald Schmidt, die freiheitlich und unkonventionell denken.“

Und auch in der Bundespolitik ist man auf den Coup vorbereitet. „Ich wusste es schon immer: Harald Schmidt ist im Herzen ein Liberaler. Wir haben in der FDP keinen Aufnahmestopp“, sagte augenzwinkernd der Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Rainer Brüderle.

Anfang Mai 2012 wird Schmidt seine Show im Sender Sat.1 verlieren. Sie wird wegen schlechter Einschaltquoten eingestellt.

Die Berliner FDP hatte im September 2011 mit 1,8 Prozent der Stimmen ihr schlechtestes Wahlergebnis erzielt, war aus dem Abgeordnetenhaus und den Bezirksparlamenten ausgeschieden.