Neun Monate nach einem lebensgefährlichen Messerangriff auf einen Mitpatienten hat sich ein 27-Jähriger dafür entschuldigt. An die Tat habe er fast keine Erinnerung; er habe ständig Stimmen im Kopf gehört, erklärte der Berliner am Montag zu Beginn des Prozesses gegen ihn am Berliner Landgericht. Dem psychisch kranken Mann wird versuchter Mord vorgeworfen. Im Prozess vor dem Berliner Landgericht entschuldigte sich der 27-jährige am Montag bei dem Opfer. An die Tat habe er fast keine Erinnerung. Er habe ständig Stimmen im Kopf gehört, erklärte der Berliner.

Am 18. Juni 2011 hatte der Beschuldigte in einer Klinik im Stadtteil Weißensee mit einem Messer auf seinen Zimmergenossen eingestochen. Weil der 61-jährige Mitpatient geschlafen hat, geht die Staatsanwaltschaft von einem heimtückischen Angriff aus. Das Opfer erlitt zahlreiche Stiche, unter anderem an Kopf und Hals.

Das Messer hatte der 27-Jährige eigenen Angaben nach aus Angst vor der Mafia bei sich. Er sei auch besorgt um seine Familie gewesen. Am Tattag habe er deswegen ständig dort angerufen. Einmal habe ihn der Mitpatient vom Telefon weggeschubst. Ansonsten habe er keinen Streit mit dem Mann gehabt.

Die Staatsanwaltschaft strebt die dauerhafte Unterbringung des Mannes in einer geschlossenen Klinik an. Da er wegen der psychischen Erkrankung als schuldunfähig gilt, wird er nicht als Angeklagter, sondern Beschuldigter bezeichnet – und kann nicht zu einer Haftstrafe verurteilt werden.

dpa/nbo