Vor der Räumung

Gerichtsvollzieher versiegelt Kunsthaus Tacheles

Das Tacheles steht vor der Räumung. Ein Gerichtsvollzieher versiegelte Räume des bekannten Berliner Kunsthauses. Künstler und Besucher haben nun keinen Zugang mehr.

Das Kunsthaus Tacheles ist seit diesem Donnerstag für Künstler und Besucher nicht mehr erreichbar und soll geräumt werden. Wie die Polizei mitteilte, versiegelte ein Gerichtsvollzieher am Nachmittag Räume in dem alternativen Kulturtreff in der Oranienburger Straße in Berlin-Mitte. Er wurde von zahlreichen Polizeibeamten unterstützt. Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsdienstes sperrten das Tacheles ab, einzelne Künstler wurden nach Angaben von Augenzeugen herausgetragen.

Etwa 100 Unterstützer des Kunsthauses sammelten sich am Nachmittag vor dem Gebäude. Vereinzelt kam es zu kleineren Rangeleien mit dem Sicherheitspersonal, das vom Zwangsverwalter bestellt wurde, um das Gebäude zu sichern. Ein Sprecher des Tacheles kritisierte die Aktion als unrechtmäßig. Nach seinen Worten waren noch rund 20 Künstler in dem Gebäude. Er stehe in telefonischem Kontakt zu ihnen, fügte er hinzu.

Das Tacheles war nach dem Fall der Mauer von Künstlern besetzt worden und wird seither für Kunstaktionen genutzt. Weil ein früherer Investor in eine Schieflage geraten war, soll die Kaufhausruine zwangsversteigert werden. Anfang April vergangenen Jahres hatten einige Nutzer einen Teil des Gebäudes gegen Zahlung einer beträchtlichen Geldsumme freiwillig geräumt.