Das Berliner Kunsthaus Tacheles soll am 4. April unter den Hammer kommen. Die öffentliche Zwangsversteigerung sei im Amtsgericht Mitte angesetzt, teilte ein Justizsprecher am Dienstag mit. Damit droht den Künstlern die Räumung. Denn ob ein neuer Investor mit ihnen zusammenarbeiten will, ist fraglich.

Die HSH Nordbank, die das Gelände nach der Zahlungsunfähigkeit des früheren Eigentümers verwaltet, will das gesamte Areal von rund 23.000 Quadratmetern möglichst gewinnbringend und deshalb ohne die Künstlerinitiative als Altmieter versteigern. Nach Gerichtsangaben sind 16 Grundstücke von der Zwangsversteigerung betroffen. Der Verkehrswert der Flächen liegt bei rund 35 Millionen Euro.

Der Trägerverein Tacheles e.V. will dagegen in den Räumen bleiben. „Wir werden nicht passiv darauf warten, dass wir geräumt werden“, sagte Sprecherin Linda Cerna. Am 12. Februar feiere die Initiative den 21. Geburtstag. Geplant seien auch Ausstellungen und Werkschauen. „Das Haus ist voll“, so Cerna. Der Verein hatte gefordert, den von Künstlern genutzten Teil von rund 1200 Quadratmeter abzutrennen und in eine öffentliche Stiftung umzuwandeln. Dies war nicht auf Zustimmung gestoßen.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hatte sich in der Vergangenheit dafür eingesetzt, den Künstlern ein Bleiberecht einzuräumen. Im Tauziehen um die Zwangsräumung des Kunsthauses hatte die Künstlerinitiative auch einen Hungerstreik erwogen.

dpa/AFP/ap