Polizisten haben bei einer Fahrzeugkontrolle mehrere Schusswaffen und Zubehör sichergestellt. Die Polizei geht davon aus, dass die Waffen einem Mitglied der Rockergruppe „Hells Angels“ gehören.

Zu der Kontrolle kam es am Donnerstagabend gegen 17.30 Uhr in Wedding. Eine Polizeistreife hatte ein Auto gestoppt, das kurz zuvor durch eine Verkehrsordnungswidrigkeit aufgefallen war. Während der 33 Jahre alte Fahrer aus seinem Fahrzeug stieg und die Papiere aushändigte, fielen den Polizisten im Fahrzeuginneren verdächtige Gegenstände auf.

Laut Polizeiangaben konnten diese den „Hells Angels“ zugeordnet werden. Bei der Durchsuchung des Mannes fanden sie drei Pistolen und drei mit Munition gefüllte Magazine in seinen Hosentaschen und im Hosenbund. Bei der weiteren Durchsuchung des Autos fanden sie noch eine Maschinenpistole und einen Schalldämpfer. Der Mann wurde auf der Stelle festgenommen.

Bei der Befragung verweigerte er die Aussage – ein der Polizei durchaus bekanntes Verhalten. Rocker verweigerten fast immer die Aussage und jede Form der Zusammenarbeit mit der Polizei, hieß es. Selbst wenn es darum geht, Täter zu finden, die Mitglieder aus den eigenen Reihen schwer verletzt oder gar getötet haben, gibt es keine Aussagen. Die Rocker würden solche Auseinandersetzungen selbst regeln, so ein Ermittler.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde der Mann am Freitag einem Richter vorgeführt. Der erließ einen Haftbefehl wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Waffengesetz.

Bereits seit Jahren herrscht ein heftiger Konflikt zwischen den rivalisierenden Rockerbanden „Hells Angels“ und „Bandidos“. Das im Jahr 2010 öffentlichkeitswirksam geschlossene Friedensabkommen zwischen den verfeindeten Gruppen gilt lange als gescheitert. Immer wieder finden Beamte des Spezialeinsatzkommandos bei Razzien in den Clubhäusern, aber auch in den Privatwohnungen der Rocker Waffen.

Angesichts der nicht abreißenden Serie von Gewaltattacken werden auch in Berlin die Rufe nach einem härteren Umgang mit den kriminellen Gruppierungen wieder laut. Die Gewerkschaft der Polizei fordert ein Verbot der Hells Angels, auch Innensenator Frank Henkel (CDU) bestätigt Bemühungen, die Berliner „Hells Angels“ verbieten zu lassen.