Statt für Recht und Ordnung zu sorgen, soll ein Berliner Polizeiobermeister Dienstgeheimnisse an einen Rocker verraten haben. Am Montag begann vor dem Berliner Landgericht der Prozess. Der 24-jährige Polizist und der Mitangeklagte, Mitglied des Motorradclubs Hells Angels, haben zunächst geschwiegen.
Im Mai und Juli 2010 soll der Polizist den Motorradfan per SMS über Razzien im Clubhaus gewarnt haben. Am 14. Mai beispielsweise habe der Beamte per Handy die Nachricht geschickt, „Vielleicht komme ich heute Abend mit meinen Freunden vorbei“.
Noch zweimal danach soll der Polizist mit ähnlichen SMS über mögliche Razzien informiert haben. Dem Beamten sei bewusst gewesen, dass seine Informationen an weitere Rocker gelangen würden, verlas der Staatsanwalt die Anklage.
Außer der Verletzung von Dienstgeheimnissen und Besitzes von Dopingmitteln wird dem Polizeiobermeister auch Korruption vorgeworfen. „Ich brauch Motorradhelm, hast du einen für mich“, soll der 24-Jährige an den Rocker gesimst haben. Wenige Tage später soll ihm der Mitangeklagte einen schwarzen Helm mit einem Ladenpreis von 290 Euro für nur 150 Euro verkauft haben.
dapd/dpa/nbo




