Ex-Minister

Jörg Schönbohm mit Schlaganfall in Klinik

Der frühere brandenburgische Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) hat einen Schlaganfall erlitten. Sie sei mit ihrem Mann am Mittwoch in ein Berliner Krankenhaus gefahren, sagte Schönbohms Frau Eveline am Donnerstagabend.

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Brandenburgs langjähriger Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) liegt nach einem Schlaganfall im Krankenhaus. Das teilte die Berliner Universitätsklinik Charité am Freitag mit. „Erfreulicherweise“ habe sich der Zustand des 74-Jährigen so weit verbessert, dass er in den nächsten Tagen wieder entlassen werden solle. Weitere Angaben machte die Klinik nicht.

Am Mittwochmorgen sei ihr Mann ungewöhnlich lange im Bett geblieben, sagte Schönbohms Frau Evelin der "Bild"-Zeitung. Als er zum Frühstück hinunterkam, habe er nicht mehr richtig sprechen können, schreibt das Blatt. Nach Rücksprache mit einem Neurologen sei der 74-Jährige ins Berliner Benjamin-Franklin-Klinikum gebracht worden. Schönbohms Frau bestätigte der Nachrichtenagentur dpa am Donnerstagabend die Angaben.

Durch ein Blutgerinnsel im Hirn ist dem Bericht zufolge die Sprachfähigkeit des 74-Jährigen eingeschränkt, aber nicht sein Denkvermögen. Auch soll er nicht gelähmt sein. Regierungssprecher Thomas Braune reagierte noch am Abend bestürzt auf die Nachricht und wünschte dem früheren stellvertretenden Ministerpräsidenten im Namen von Regierungschef Matthias Platzeck (SPD) und der gesamten Landesregierung gute Besserung.

Der gebürtige Brandenburger Schönbohm brachte es in der Bundeswehr bis zum Heeresinspekteur und wurde beamteter Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium. Als sein Meisterstück gilt die Auflösung der Nationalen Volksarmee der DDR nach der deutschen Wiedervereinigung. In Berlin wurde Schönbohm 1996 Innensenator, zwei Jahre später wechselte er in die brandenburgische Politik.

Dort gelang es ihm 1999, die zuvor völlig demoralisierte märkische Union zu neuer Geschlossenheit zu führen und die Alleinherrschaft der SPD zu brechen. Von 1999 bis 2009 war der politische Quereinsteiger Innenminister einer rot-schwarzen Koalition in Potsdam. Zu Schönbohms Verdiensten in dieser Zeit zählen Reformen zur Neuordnung der Gemeinden und der Polizei. Gleichzeitig stellte der Ex-Soldat das Regierungsbündnis immer wieder mit manch provozierender Äußerung und seiner bewusst zur Schau getragenen Hemdsärmeligkeit auf eine harte Probe.

Nach erbitterten Grabenkämpfen in der eigenen Partei gab Schönbohm den Landesvorsitz im Januar 2007 ab und widmete sich vor allem der Regierungsarbeit. Der Schwenk des langjährigen Koalitionspartners SPD zur Linken nach der Landtagswahl 2009 verletzte ihn tief. In jenem Jahr beendete Schönbohm wie lange zuvor angekündigt die aktive Politik, meldete sich aber bis zuletzt immer wieder als bekennender Wertkonservativer in den Medien zu Wort