Arbeitsmarkt

Berlin bei Arbeitslosigkeit nicht mehr Schlusslicht

Die Zahl der Arbeitslosen ist zum Jahresauftakt in Berlin auf 13,2 Prozent gestiegen. Nur in Mecklenburg-Vorpommern waren noch mehr Menschen ohne Job. Zum Vergleich: Bundesweit waren im Januar 7,3 Prozent arbeitslos.

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Trotz des bislang vergleichsweise milden Winters sind die Arbeitslosenzahlen in Berlin zum Jahresbeginn wieder gestiegen. Im Januar waren 228.188 Männer und Frauen erwerbslos gemeldet, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit mitteilte. Das waren 15 285 Menschen mehr als noch im Dezember.

Die Arbeitslosenquote stieg um 0,7 Punkte auf 13,2 Prozent. Dennoch konnte Berlin seinen Platz als bundesweites Schlusslicht an Mecklenburg-Vorpommern (14 Prozent) abgeben. Bundesweit lag die Quote bei 7,3 Prozent.

Der Anstieg im Januar sei saisonal üblich, erklärte Direktionschef Dieter Wagon. In der Baubranche und anderen witterungsabhängigen Berufen wird in den Wintermonaten traditionell Personal abgebaut, weil Firmen bei kaltem Wetter weniger Aufträge abarbeiten können. „Außerdem melden sich am Jahresanfang diejenigen arbeitslos, deren Arbeitsverträge und arbeitsmarktpolitische Maßnahmen Ende 2011 endeten“, erklärte Wagon.

Verglichen mit dem Januar 2011 ging die Arbeitslosenzahl um 9550 zurück, die Quote sank um 0,7 Prozentpunkte. „Die wirtschaftliche Entwicklung Berlins ist nach wie vor stabil“, sagte Wagon. Er verwies auch darauf, dass die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im November 2011 gegenüber dem Vorjahresmonat um 34.100 auf 1.185.300 gestiegen sei. „Mit dieser Steigerung von 3,0 Prozent liegt die Region 0,5 Prozentpunkte über dem bundesdeutschen Durchschnitt.“

Auch die Entwicklung der freien Stellen liegt im Trend: Den Agenturen für Arbeit wurden allein im Januar 5418 neue Stellen gemeldet - gut 1250 mehr als vor einem Jahr, allerdings auch rund 550 weniger als im Dezember. Im Bestand der Arbeitsagentur waren im Januar 17.075 Angebote, rund 6500 mehr als vor einem Jahr.

Die höchste Arbeitslosenquote in Berlin hatte im Januar der Bezirk Neukölln mit 18,5 Prozent. Am besten steht Pankow da mit 10,1 Prozent. Leicht zurück gegangen ist in Berlin auch die Zahl der Hartz-IV-Empfänger. Die Statistik weist gut 424 700 Berechtigte aus, 1,9 Prozent weniger als im Vorjahr.

Bei den jüngeren Arbeitslosen von 15 bis unter 25 Jahren stieg die Zahl im Vergleich zum Vormonat um 1462, im Vergleich zum Vorjahresmonat sank sie um 271 Personen auf 21.354. Die Anzahl älterer Arbeitsloser von 50 bis unter 65 Jahren stieg zum Vormonat um 4635 und stieg zum Januar letzten Jahres um 1323 Personen auf 58.264.

Auch in Brandenburg mehr Jobsuchende

Auch im Land Brandenburg ist die Zahl der Arbeitslosen zu Jahresbeginn wieder gestiegen. Im Januar waren 151.491 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Das waren 15.595 mehr als im Dezember 2011. Eine Trendumkehr sei trotzdem nicht zu erkennen, erklärte Wagon: „Die Zahl der Arbeitslosen stieg in diesem Monat durch übliche saisonale Effekte an. Im Januar zeigt der Winter erfahrungsgemäß deutliche Wirkung auf dem Brandenburger Arbeitsmarkt“, sagte er.

Auch die Arbeitslosenquote stieg im Januar um 1,1 Punkte auf 11,3 Prozent. Verglichen mit Januar 2011 ging die Zahl der Arbeitslosen dagegen um 11.314 Frauen und Männer zurück, die Quote sank um 0,9 Prozentpunkte. „Die wirtschaftliche Entwicklung ist in Brandenburg weiterhin stabil“, erklärte Wagon.

Zudem habe die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im November mit einem Plus von 12.600 deutlich über dem Vorjahr gelegen. „Und den Agenturen für Arbeit wurden mehr Stellen gemeldet als vor einem Jahr.“ Im Januar hatte die Arbeitsagentur insgesamt 10.454 Stellen im Bestand - 2281 mehr als vor einem Jahr.

Die höchste Arbeitslosenquote in Brandenburg hatte mit 18,5 Prozent der Landkreis Uckermark. Am besten und genau im bundesweiten Durchschnitt lag Potsdam-Mittelmark mit 7,3 Prozent.