Beschäftigung

2011 erstmals mehr als 41 Millionen Erwerbstätige

Die Zahl der Erwerbstätigen hat den höchsten Stand seit der Einheit erreicht. 2011 wurde erstmals die Marke von 41 Millionen geknackt.

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Die gute Konjunktur hat die Beschäftigung in Deutschland 2011 auf ein Rekordhoch getrieben. 41,04 Millionen Menschen waren im Jahresschnitt in Lohn und Brot und damit so viel wie nie seit der Wiedervereinigung, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das waren 535.000 Personen mit Wohnort in Deutschland mehr als 2010 – ein Plus von 1,3 Prozent.

Auch die Nachfrage nach Arbeitskräften erreichte zum Jahresausklang ein Rekordhoch. Der Stellenindex BA-X der Bundesagentur für Arbeit (BA) legte nach seinem Höchststand im November noch einmal zu und verbesserte sich im Dezember um einen auf 180 Zähler, wie die BA mitteilte. Er liegt damit 24 Punkte über dem Vorjahreswert.

Die positive Entwicklung stehe im Zusammenhang mit dem seit zwei Jahren anhaltenden konjunkturellen Aufschwung, erklärte das Statistische Bundesamt. Sie sei zudem dadurch begünstigt worden, dass die Zahl der Erwerbstätigen im Jahr 2009 trotz des durch die Finanzkrise ausgelösten Einbruchs der Wirtschaftsleistung stabil geblieben war.

Wie die Statistiker weiter mitteilten, sank die Zahl der Erwerbslosen (nach international vergleichbarer Definition) nach vorläufigen Schätzungen auf Basis der Arbeitskräfteerhebung im Jahresdurchschnitt 2011 in Deutschland um 446.000 Personen oder 15,1 Prozent auf 2,5 Millionen. Die Erwerbslosenquote sei im gleichen Zeitraum von 6,8 auf 5,7 Prozent zurückgegangen. Die Zahl der aktiv am Arbeitsmarkt verfügbaren Erwerbspersonen, definiert als Summe von Erwerbstätigen und Erwerbslosen, habe sich damit im Vergleich zum Vorjahr um 89.000 Personen auf 43,54 Millionen erhöht.

In fast allen Bereichen legte die Erwerbstätigkeit zu. Nach Angaben der Behörde nahm die Zahl der Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland in der Summe der Dienstleistungsbereiche im Jahresdurchschnitt 2011 um 357.000 Personen oder 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu.

Experten erwarten weiteren Anstieg

Den größten Anteil daran hätten die unternehmensnahen Dienstleistungen (einschließlich Zeitarbeit) mit einem Plus von 214.000 Erwerbstätigen (plus 4,2 Prozent) gehabt. Auch die produzierenden Bereiche verzeichneten überdurchschnittliche Beschäftigungsgewinne.

Den Angaben zufolge wuchs im produzierenden Gewerbe (ohne Baugewerbe) die Zahl der Erwerbstätigen nach den kräftigen Beschäftigungsverlusten der Jahre 2009 und 2010 im Jahr 2011 um 131.000 Personen (plus 1,7 Prozent), im Baugewerbe um durchschnittlich 38.000 Personen (plus 1,6 Prozent). In der Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei habe die Zahl der Erwerbstätigen im Jahr 2011 um 15.000 Personen (plus 2,3 Prozent) über dem Vorjahresergebnis gelegen. Experten gehen davon aus, dass die Zahl der Erwerbstätigen im laufenden Jahr weiter steigt und damit einen Höchstwert erreicht.

Das Plus dürfte wegen der erwarteten Konjunkturflaute aber deutlich geringer ausfallen. Die Forscher des Essener RWI-Instituts sagen 41,24 Millionen voraus, das Münchner Ifo-Institut sogar 41,27 Millionen. Die Wirtschaft wuchs im vergangenen Jahr um rund drei Prozent.

Wegen der Schuldenkrise und der globalen Abkühlung rechnen Experten 2012 aber nur mit einem Mini-Wachstum von rund 0,5 Prozent. Pessimisten schließen eine Rezession nicht aus.