Der in Mariendorf in der vergangenen Woche tot aufgefundene 37-Jährige ist offenbar bei sadomasochistischen Praktiken erstickt worden. „Die erste Obduktion war nicht eindeutig, aber wir gehen mit großer Wahrscheinlichkeit von dieser Todesursache aus“, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Simone Herbeth, am Montag. Sowohl Nase als auch Mund des Bankangestellten seien zugeklebt gewesen. „Wir untersuchen weiter, aber der Zustand der Leiche erschwert die genaue Ursachenforschung“, sagte Herbeth.

Die zerstückelte Leiche des Mannes war am vergangenen Montag von Polizisten in einer Wohnung in der Markgrafenstraße gefunden worden. Laut Medienberichten lag der abgetrennte Kopf gekocht in einem Topf. Gegen einen 43-jährigen Mann erging Haftbefehl wegen Mordes.

Das mysteriöse Schicksal des Mannes konnte damit vergangene Woche aufgeklärt werden. Wie die Polizei letzten Dienstag mitteilte, wurde noch am Montagnachmittag der 43-jährige Michael S., Mieter der Wohnung, festgenommen. Er gilt als dringend tatverdächtig, den 37-jährigen Carsten Sr. getötet und zerstückelt zu haben. Kurz vor seiner Festnahme soll Michael S. zudem versucht haben, sich das Leben zu nehmen.

Nach Polizeiangaben handelt es sich bei dem Toten um den Kreuzberger Bankangestellten Carsten Sr. Er wurde seit dem 1. Januar 2012 vermisst. Die Polizei versucht nun zu rekonstruieren, was genau vorgefallen ist.

Nach derzeitigen Erkenntnissen hatte Carsten Sr. am 1. Januar kurz bevor er verschwand mit seinem Lebensgefährten gesprochen. Er sagte ihm, dass er noch verabredet sei. Mit wem, konnte bislang noch nicht herausgefunden werden. Nach Polizeiangaben hatte er noch am selben Abend gegen 23.30 Uhr einen größeren Geldbetrag an einem Geldautomaten der Berliner Sparkasse am Mehringdamm abgehoben. Dann verliert sich seine Spur. Das Handy von Carsten Sr. wurde am 2. Januar abgeschaltet. Anschließend wurde er der Polizei als vermisst gemeldet.

Am 17. Januar veröffentlichte die Polizei die Vermisstenmeldung und bat die Bevölkerung um Hilfe. Allerdings vergeblich, kein Zeuge konnte konkrete Hinweise zu dem Verbleib von Carsten Sr. machen. Wie die Polizei weiter mitteilte, vermuteten die Ermittler nach einiger Zeit, dass Sr. einem Verbrechen zum Opfer gefallen sein könnte. Wie in solchen Fällen üblich, übernahm Ende der vergangenen Woche deshalb eine Mordkommission den Fall.

dapd/nbo