Im Fall des in Berlin-Mariendorf tot aufgefundenen Carsten Sr. werden die Ermittler noch einige Zeit benötigen, um herauszufinden, wie der 37-Jährige genau gestorben ist. Denn die Leiche, die Polizeibeamte in der Wohnung des 43-jährigen Michael S. an der Markgrafenstraße fanden, wurde in mehrere Teile zerstückelt. Arme und Beine des Kreuzberger Bankangestellten waren vom Torso abgetrennt worden. Den Kopf fanden die Ermittler gekocht in einem Topf. Hinweise auf Kannibalismus gebe es aber keine, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Polizisten hatten den 43-jährigen Michael S. am Montag in seiner Wohnung festgenommen, nachdem sie die Leiche von Carsten Sr. dort gefunden hatten. Der Bankangestellte war seit dem 1. Januar 2012 vermisst worden. Am 17. Januar suchte die Polizei öffentlich mit einem Foto nach dem Vermissten. Da war Carsten Sr. allerdings schon tot. Nach derzeitigen Erkenntnissen lag die Leiche bereits zwei Wochen in der Wohnung.

Die beiden Männer sollen sich vor der Tat zum Sex verabredet haben. Die Staatsanwaltschaft glaubt jedenfalls, dass Michael S. den Mord aus sexueller Befriedigung begangen hat. „Wir gehen davon aus, dass das Opfer im Verlauf von sadomasochistischen Praktiken getötet wurde“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner. Noch am Dienstag erließ ein Haftrichter nach der Vernehmung von Michael S. Haftbefehl wegen Mordes zur Befriedigung des Geschlechtstriebs.

Carsten Sr. hatte am 1. Januar seinem Lebenspartner gesagt, dass er noch mit jemandem verabredet sei. Am Vormittag des 2. Januar wurde sein Handy schließlich abgeschaltet. Im Zuge der Ermittlungen kamen die Beamten schnell auf Michael S. Am Montag wollten sie ihn als Zeugen in seiner Wohnung vernehmen und kündigten ihren Besuch auch an. Noch ehe die Beamten in der Wohnung waren, versuchte Michael S. sich das Leben zu nehmen und schnitt sich die Pulsadern auf. Ein Notarzt brachte den Schwerverletzten in eine Klinik.

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