Nach der Geburtstagsfeier wurde gezündelt: Zwei Monate nach einer Autobrandstiftung im Stadtteil Lichtenberg ist ein 22-jähriger Berliner am Mittwoch zu zwei Jahren und vier Monaten Haft verurteilt worden. Sein mitangeklagter Freund erhielt vom Berliner Amtsgericht zwei Jahre Haft mit Bewährung. Als Bewährungsauflage muss der 23-Jährige seinen Anteil an dem auf 40.000 Euro geschätzten Schaden zahlen.
"Es war eine spontane Tat, nüchtern hätte ich das nicht getan“, hatte der 23-jährige Arbeitslose mit einer kaufmännischen Ausbildung beteuert. Er hatte seinen Geburtstag gefeiert. Auf dem Heimweg sahen die beiden ein brennendes Auto und kamen auf die Idee, auch einen Wagen in Brand zu setzen. Der 23-Jährige zertrümmerte die Scheibe eines VW-Transporters. Beide zündeten Fahrzeugsitze an. Eine Propangasflasche in dem Wohnwagen explodierte. Der Transporter brannte vollständig aus. Sieben weitere Fahrzeuge wurden beschädigt.
Der Gesamtschaden wird auf rund 40.000 Euro geschätzt. Die Angeklagten waren geständig. Eigenen Angaben nach waren sie auf die dumme Idee verfallen, nachdem sie in der Nacht zum 4. November ein anderes Auto in Flammen gesehen hatten. Der 22-Jährige muss in Haft, weil er bei der Tat unter Bewährung stand.
Nach Angaben der Polizei sind in Berlin im Vorjahr mehr als 700 Fahrzeuge ausgebrannt oder wurden durch Brandstiftung beschädigt. Die Täter sind nach Angaben der Polizei entweder politisch motiviert, Trittbrettfahrer oder Versicherungsbetrüger. Im Oktober ging der Polizei ein Serientäter ins Netz. Der Berliner gestand 67 Brandstiftungen.
In Berlin ergingen bislang fast ausschließlich Bewährungsstrafen gegen Brandstifter. Im November 2011 wurde ein Fotograf zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Zwei Angeklagte aus der linken Szene wurden freigesprochen.
dpa/dapd/nbo




