160 Kilometer pro Stunde

Mit der Bahn in 70 Minuten von Berlin nach Cottbus

| Lesedauer: 3 Minuten

Bahnreisende können jetzt deutlich schneller zwischen Berlin und Cottbus fahren. Die Strecke Königs Wusterhausen - Cottbus ist nach dem Ausbau am Sonntag mit einem Festakt in Lübben für Tempo 160 freigegeben worden.

Bahnfahrer können seit Sonntag schneller von Berlin nach Cottbus reisen. Nach anderthalbjähriger Bauzeit gaben Brandenburgs Verkehrsminister Jörg Vogelsänger (SPD) und der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn, Joachim Trettin, die Teilstrecke Königs Wusterhausen-Lübbenau offiziell für eine Geschwindigkeit von bis zu 160 Kilometer pro Stunde frei.

Nachdem im Jahr 2008 bereits der Abschnitt Lübbenau-Cottbus saniert worden war, ist jetzt ein Großteil der Strecke Berlin-Cottbus mit Tempo 160 befahrbar. Nur zwischen dem Berliner Ostbahnhof und Königs Wusterhausen gelten noch alte Tempolimits. Die Fahrzeit Berlin-Cottbus verkürzt sich dennoch von fast 90 auf knapp 70 Minuten. Vogelsänger sagte, damit rückten Cottbus und die Lausitz noch näher an Berlin heran. Der Ausbau der Strecke Königs Wusterhausen-Lübbenau sei eine der wichtigsten Investitionen in die Schieneninfrastruktur des Landes gewesen.

Auch die Bahnsteige sind saniert

Die Fahrgäste kämen jetzt in weniger als einer Stunde von Berlin nach Lübbenau, betonte der Minister. Damit sei die Spreewald-Region sowohl für Berufspendler als auch für Touristen noch attraktiver geworden. Auf dem Abschnitt Königs Wusterhausen-Lübbenau sind der Regionalexpress RE 2 Wismar-Cottbus sowie die Regionalbahn RB 14 unterwegs. Auf der Strecke wurden neben den Gleisen auch die Bahnsteige erneuert. Das Land hat den Ausbau der Stationen mit 2,2 Millionen Euro unterstützt. Zudem förderte das Land die Planungen zum Ausbau der Strecke mit drei Millionen Euro.

In den Ausbau der rund 60 Kilometer langen Strecke von Königs Wusterhausen nach Lübbenau wurden nach Angaben der Bahn insgesamt 140 Millionen Euro investiert. Nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums hat allein der Bund rund 113 Millionen Euro aus dem ersten Konjunkturpaket bereitgestellt. Es sei das größte Schienenprojekt des ersten Konjunkturprogramms der Bundesregierung gewesen. Mit dem Ausbau der Strecke verbessere sich auch die Anbindung des neuen Berlin-Brandenburger Großflughafens in Schönefeld.

Neue Einschränkungen im Regionalverkehr

Während der Sanierung war die Bahnstrecke zwischen Königs Wusterhausen und Lübbenau mehr als ein Jahr lang gesperrt gewesen. Seit September rollen die Züge wieder ohne Umweg – mit dem bundesweiten Fahrplanwechsel der Bahn am Sonntag dann auch mit Tempo 160.

Die Bahn gab aber am Sonntag nicht nur eine Strecke frei, sie sperrte zugleich eine andere wichtigeVerbindung. Ein Jahr lang werden keine Regionalzüge zwischen Charlottenburg und Wannsee im Berliner Südwesten fahren. Die Strecke wird komplett saniert. Das bringt erhebliche Einschränkungen für Tausende Berufspendler zwischen Berlin und dem Südwesten Brandenburgs mit sich. Fahrgäste zwischen Berlin und Potsdam sollen auf die S-Bahn-Linie 7 umsteigen. Diese fährt nach Angaben der Bahn tagsüber alle zehn Minuten mit maximal möglicher Zuglänge.

( dapd/dpa/nbo )