Nach Insolvenz

Diakonieverein übernimmt Berliner Treberhilfe

Der Evangelische Diakonieverein Berlin-Zehlendorf übernimmt nach der Maserati-Affäre ihres früheren Chefs die in Insolvenz geratene Treberhilfe. Sie bekommt einen neuen Namen.

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Nur zwei Wochen nach Anmeldung der Insolvenz ist die Berliner Treberhilfe offenbar gerettet. Das von Skandalen erschütterte Sozialunternehmen wird vom Evangelischen Diakonieverein Berlin-Zehlendorf übernommen. Damit könnten alle rund 100 Arbeitsplätze bei der Treberhilfe gerettet werden, teilte der Insolvenzverwalter Christian Köhler-Ma am Mittwoch in Berlin mit. Die weitere Betreuung der von dem Sozialunternehmen unterstützten Obdachlosen sei somit gesichert. Die Übernahme tritt bereits zum 1. Dezember in Kraft. Der Name der Gesellschaft lautet den Angaben zufolge künftig Neue Treberhilfe.

Der 1894 gegründete Diakonieverein ist nach eigenen Angaben mit rund 2000 Schwestern und Pflegern Träger der größten evangelischen Schwesternschaft in Deutschland. Er ist vor allem im Bereich der Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege tätig.

„Bei der insolventen Treberhilfe Berlin mussten wir sehr schnell eine Lösung finden, da das Unternehmen bereits seit vier Monaten mit den Löhnen im Rückstand war“, sagte der Insolvenzverwalter. Die Verbindlichkeiten beliefen sich seinen Angaben zufolge derzeit auf etwa 4,5 Millionen Euro. „Wir konnten nur wenig Substanz verkaufen“, sagte Köhler-Ma.

Die Treberhilfe hatte Mitte November Insolvenz beantragt. Das Sozialunternehmen war 2010 durch sehr hohe Geschäftsführer-Gehälter und den Dienstwagen des damaligen Geschäftsführers Harald Ehlert in die Schlagzeilen geraten.

Der Berliner Senat hatte aufgrund eines im Februar vorgestellten Gutachtens sämtliche Verträge mit dem Sozialunternehmen gekündigt. Das Landessozialgericht Berlin-Brandenburg verpflichtete den Senat allerdings, die Verträge mindestens bis Jahresende zu erfüllen. In den vergangenen Jahren bekam die Treberhilfe vom Senat jährlich rund 700.000 Euro Fördermittel. Die Treberhilfe betreibt Obdachlosenbetreuung und Straßensozialarbeit.