Fürsorgewerk

Trägerverein entlastet EJF-Chef

Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Vorstandsvorsitzenden des Evangelischen Jugend- und Fürsorgewerkes (EJF) wegen des Verdachts der Untreue. Doch der Trägerverein hat dem 68-Jährigen sein Vertrauen ausgesprochen.

Foto: David Heerde

Im Fall des ins Visier der Staatsanwaltschaft geratenen Vorstandsvorsitzenden des Evangelischen Jugend- und Fürsorgewerkes (EJF), Siegfried Dreusicke, hat jetzt auch der EJF-Trägerverein seinem Geschäftsführer das Vertrauen ausgesprochen. Die Mitgliederversammlung entlastete den 68-Jährigen bereits am Sonntag, teilte eine Sprecherin des EJF am Donnerstag mit. Grundlage für die Entlastung sei eine Untersuchung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG im Auftrag des EJF-Aufsichtsrates. Den Angaben zufolge hatte der Aufsichtsrat der EJF gemeinnützige Aktiengesellschaft die KPMG mit dem Gutachten beauftragt.

Hintergrund waren Berichte eines TV-Senders im März, wonach es zwischen einem Bauprojekt des EJF und einer genehmigten Nebentätigkeit Dreusickes unlautere Zusammenhänge gegeben haben soll, sagte die Sprecherin. Dem KPMG-Bericht zufolge, hätten diese Mutmaßungen voll umfänglich widerlegt werden können. Auf Basis des Gutachtens hatte der Aufsichtsrat Dreusicke bereits am 14. Oktober sein „volles Vertrauen“ ausgesprochen.Der Trägerverein EJF e.V. ist Hauptaktionär der EJF gemeinnützige AG, Dreusicke fungiert beim Verein als Geschäftsführer.

Demgegenüber ermittelt derzeit die Berliner Staatsanwaltschaft gegen Dreusicke wegen des Verdachts der Untreue. Dreusicke hatte die Vorwürfe ebenfalls am 14. Oktober öffentlich zurück gewiesen. Gegen ihn war Strafanzeige erstattet worden.