Urteil

Lebenslange Haft für Mord an Berliner Rentnerin

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Wegen Mordes aus Habgier ist ein 36-jähriger Mann zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht Berlin sprach den Bauarbeiter schuldig, im Februar 2011 eine 66-jährige Frau in ihrer Wohnung in Wedding erdrosselt zu haben.

Der Mörder einer Berliner Rentnerin muss lebenslang ins Gefängnis. Nach dem Urteil des Berliner Landgerichts vom Montag hat ein 36 Jahre alter Arbeitsloser die 66-jährige Frau im Februar 2011 erdrosselt, weil er pleite war und dringend Geld brauchte. Nach dem Tod der Rentnerin hatte der Mann mit deren Geldkarte mehrere hundert Euro von Automaten abgehoben. Die Verteidigung hatte Freispruch vom Mordvorwurf beantragt, die Staatsanwaltschaft lebenslange Haft. Der Bauarbeiter hatte behauptet, er habe die Frau aus seiner Nachbarschaft tot in ihrer Wohnung in der Guineastraße im Stadtteil Wedding gefunden. Die Wohnungstür sei geöffnet gewesen. Die Frau sei durch einen Unfall beim Duschen gestorben.

Das Gericht hatte nicht den geringsten Zweifel an der Täterschaft. Das Unglück beim Duschen habe der Angeklagte inszeniert. Die als ordentlich geltende Frau hatte sich für ihr Mittagessen Fleisch in der Pfanne zubereitet. Sie hätte in dieser Situation sicherlich nicht geduscht, argumentierte die Strafkammer.

Auch dafür, dass ein anderer die Frau ermordete, gebe es keine Anhaltspunkte. Es wurden keine Kampfspuren gefunden. Den 36-Jährigen habe die Rentnerin seit langem gekannt; ihr Verhältnis sei fast wie zwischen Mutter und Sohn gewesen. Die 66-Jährige habe die Tür geöffnet. Dann sei es zu einem Streit gekommen. Die Geldabhebungen hatte der Berliner gestanden. Seiner Version nach fand er die Geldkarte mit Geheimzahl auf der Straße vor dem Haus.

Der Fall wäre vermutlich nie aufgeklärt worden, sagte der Richter, hätte der Bauarbeiter nicht seiner Verlobten und dann der Polizei erzählt, er habe die Rentnerin gefunden.„Das war ein verkapptes Geständnis. Sie konnten einfach nicht aushalten, was Sie getan haben“, hieß es im Urteil. Ein „frischer“ Fingerabdruck am Schlafzimmerschrank des Opfers war für die Kammer Beweis dafür, dass der Angeklagte dort Wäsche herausgeholt hatte, um sie im Bad zu verteilen und so einen Unfall beim Duschen vorzutäuschen.

Seine Offenbarung zwei Wochen später hatte der 36-Jährige mit Panik begründet. Er sei einfach weggelaufen. Nach einer Verurteilung zu fünf Jahren Jugendhaft 1996 habe er nichts mit Polizei und Gerichten zu tun haben wollen, aus Angst, selbst in Verdacht zu geraten.

( dpa/dapd/sei )