Urteil

Mann erstickt Bekannte - sieben Jahre Haft

Im Juli 2010 hatte ein Berliner eine Frau in deren Lichtenberger Wohnung mit einem Kissen erstickt. Aus Ärger über misslungenen Sex. Für diese Tat muss der 41 Jährige mehr als sieben Jahre ins Gefängnis.

Wegen Totschlags und Unterschlagung ist ein 41-jähriger Mann am Mittwoch vom Berliner Landgericht zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Der gelernte Chemiefacharbeiter wurde schuldig gesprochen, im Juli 2011 eine Bekannte in deren Lichtenberger Wohnung mit einem Kissen erstickt zu haben. Später war er nochmals in die Wohnung zurückgekehrt und hatte aus dem Briefkasten 50 Euro aus einen Umschlag entwendet. Der Mann hatte die Tat gestanden.

Der Angeklagte kannte die Frau seit dem Jahr 2005. Seiner Darstellung nach hatten beide eine offene Beziehung geführt. Am Tattag, dem 26. Juli 2010, hatte der Berliner nach seinen Aussagen bereits zehn Flaschen Bier getrunken, bevor er die Frau in dem Mehrfamilienhaus im Stadtteil Lichtenberg besuchte. Gemeinsam sei weiter getrunken worden.

Nach misslungenem Sex habe die Frau auf dem Sofa gelegen und geschlafen, behauptete der 41-Jährige. Er sei ins Badezimmer gegangen, habe ein Handtuch geholt und es der Frau auf das Gesicht gelegt. Dann habe er ein Kissen gegriffen auf ihr Gesicht gedrückt. Zum Streit sei es um Kleinigkeiten gekommen. Einen Zusammenhang zu der Tat sah der Angeklagte aber nicht.

Strafverschärfend sah das Gericht, dass das spätere Opfer dem Angeklagten „nichts getan“ und ihm „vertraut hatte“. „Das war ein Bruch des Vertrauens im Schutzbereich der Wohnung“, sagte der Richter. Die Tat sei zwar spontan, aber mit „erheblichen Kraftaufwand geschehen“. Einem Gutachter folgend ging das Gericht von einer „alkoholbedingten Minderung der Steuerungsfähigkeit“ des Angeklagten aus. Dass der Angeklagte nach der Tat noch einmal zurückkehrte und der Getöteten 50 Euro stahl, sei „erbärmlich“, hieß es im Urteil.

( dapd/dpa/sei )