Die großen Berliner Wissenschaftsinstitutionen wehren sich gegen die geplante Ressorttrennung von Forschung und Wissenschaft in den Senatsverwaltungen. „Bitte belassen Sie im Interesse des Berliner Wissenschaftsstandorts Wissenschaft und Forschung unter einem Dach“, fordern die außeruniversitären Berliner Forschungseinrichtungen der Helmholtz-Gemeinschaft mit dem Max-Delbrück-Centrum (MDC), der Max-Planck-Gesellschaft und der Leibniz-Gemeinschaft am Donnerstag in einem Offenen Brief.

Adressiert ist das Schreiben an den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und den Fraktions- und Landesvorsitzenden der Berliner CDU, Frank Henkel. Sie haben vor, den Forschungsbereich künftig dem Wirtschaftsressort zuzuschlagen, während Wissenschaft und Bildung zusammengefasst werden sollen.

Unterstützt werden die Forschungsinstitute von den Berliner Hochschulen FU, HU und TU, der Charité, der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften sowie weiteren deutschen Wissenschaftsorganisationen. Sie alle befürchten, dass der „Prozess der Verzahnung von Hochschulen und Forschungseinrichtungen durch die geplante, bundesweit einmalige Ressorttrennung konterkariert“ wird. Berufungsverfahren würden erschwert, Bürokratie vermehrt. Engere Zusammenarbeit, wie jüngst erst zwischen MDC und Charité vereinbart, könne darunter leiden.

Berlin gehört mit vier Universitäten, der Charité, sieben Fachhochschulen, drei Kunsthochschulen, 18 privaten Hochschulen sowie über 60 Forschungseinrichtungen zu den größten Wissenschaftsregionen in Europa. In der scheidenden Regierung waren Bildung, Wissenschaft und Forschung in einem Mega-Ressort zusammengefasst.

dpa/tj