Kontrollen in Berlin

Jeder vierte Lebensmittelbetrieb ist unhygienisch

Berlins Bäcker, Fleischer, Obsthändler oder Getränkehersteller nehmen es nicht so genau mit der Hygiene: Jeder vierte Lebensmittelbetrieb in der Hauptstadt verstößt gegen das Gesetz. Dies ergaben Kontrollen der Aufsichtsämter.

Hygieneverstöße und mangelnde Schulung von Personal: Fast jeder zweite Lebensmittelbetrieb in Berlin ist im vergangenen Jahr von den Behörden kontrolliert worden - bei rund jedem vierten wurden Verstöße gegen das Lebensmittelrecht entdeckt. Das geht aus einem aktuellen Bericht der Senatsverwaltung für Gesundheit und des Landeslabors Berlin-Brandenburg hervor, der am Donnerstag vorgestellt wurde.

Die sogenannte Beanstandungsquote von 26 Prozent ist demnach im Vergleich zu den Vorjahren weitgehend gleichgeblieben und nur leicht schwankend. Am häufigsten habe es Verstöße gegen die allgemeine Betriebshygiene und das Hygienemanagement gegeben. In diesem Bereich stiegen die Beanstandungen im Vergleich zu den Vorjahren an. Nur selten habe es Verstöße gegen die Zusammensetzung von Lebensmitteln gegeben, heißt es in dem Bericht.

Die Kontrolleure der Veterinär- und Lebensmittelaufsichtsämter der Bezirke kamen demnach exakt 50.061 Mal in rund 25.780 Betriebe. Verstöße wurden in 6790 Unternehmen festgestellt. Im vergangenen Jahr gab es in Berlin 53.236 Lebensmittelbetriebe. Dem Bericht zufolge wird die Lebensmittelwirtschaft in der Hauptstadt zu über 90 Prozent vom Einzelhandel geprägt.

Der Bericht sagt auch etwas über Laboruntersuchungen aus. Demnach wurde bei Fleisch, Getreide, Backwaren, Obst und Gemüse sowie deren Erzeugnisse ein Anstieg von mikrobiologischen Verunreinigungen - etwa mit Keimen - festgestellt. Die Verunreinigungen bei Eis und Desserts gingen dagegen zurück.