Abgeordnetenhaus

Berliner Pirat behält Palästinensertuch auf

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Hüte und Mützen haben im Plenum des Berliner Abgeordnetenhauses nichts zu suchen. Doch ein Kopftuchverbot gibt es nicht. So musste Präsident Wieland zähneknirschend hinnehmen, dass Pirat Claus-Brunner seine Kopfbedeckung nicht ablegen wollte.

Trotz anhaltender Kritik an seinem Kopftuch hat der Abgeordnete der Piratenpartei, Gerwald Claus-Brunner, im Berliner Abgeordnetenhaus nicht auf sein Markenzeichen verzichtet. Bei der Sitzung am Donnerstag trug der Parlamentarier neben einer orangenen Latzhose erneut ein kariertes Tuch auf dem Kopf. Der Präsident des Abgeordnetenhauses, Ralf Wieland, hatte am Mittwoch angekündigt, die Kopftracht zähneknirschend hinzunehmen. „Mir gefällt es nicht, ich sehe aber keine Möglichkeit, es ihm wegzunehmen“, hatte er gesagt.

Claus-Brunners Fraktionskollege Alexander Spies zeigte sich dagegen teilweise einsichtig: Statt einer Baskenmütze wie bei der ersten Sitzung des neuen Abgeordnetenhauses trug er am Donnerstag ein schwarzes Piratentuch. Wieland hatte angekündigt, die Geschäftsordnung des Parlaments bei Mützen und Hüten strikt anzuwenden. Sie seien im Plenum „nicht angemessen“.

Vergangene Woche hatte die ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, Claus-Brunner aufgefordert, das Kopftuch abzulegen. Es stehe für Nationalismus, bewaffneten Kampf und Anti-Zionismus. Claus-Brunner hatte die Kritik zurückgewiesen, sein Tuch sei ein Zeichen von Antisemitismus.

( dpa/ap )