Piraten

Weiter Streit um Kopftuch von Claus-Brunner

Die Kritik am Kopfschmuck des Piraten-Abgeordneten Gerwald Claus-Brunner reißt nicht ab: Nachdem Charlotte Knobloch gefordert hatte, Claus-Brunner solle auf das Palästinensertuch verzichten, hat jetzt auch Parlamentspräsident Ralf Wieland (SPD) Kritik geäußert.

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Das Palästinensertuch von Gerwald Claus-Brunner sorgt weiter für Streit. Parlamentspräsident Ralf Wieland (SPD) sagte einen Tag vor der zweiten Plenarsitzung in der neuen Wahlperiode: „Mir gefällt es nicht. Ich sehe aber keine Möglichkeit, es durchzusetzen, ihm es vom Kopf zu nehmen.“

Die frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, hatte von dem Abgeordneten der Berliner Piratenpartei jüngst den Verzicht auf das Tuch gefordert. Wieland hingegen sagte, ein frei gewählter Abgeordneter müsse so etwas mit sich selbst ausmachen. Gleichwohl hoffe er künftig auf einen „gewissen Lerneffekt“ bei den Piraten.

Gerwald Claus-Brunner hatte überrascht auf die Kritik von Charlotte Knobloch reagiert. „Die Meinung von Frau Knobloch muss ich respektieren, aber mich wundert, dass sie nicht zuerst das persönliche Gespräch sucht, sondern über die Presse geht“, sagte er Morgenpost Online. Bislang sei er eher wenig auf das Tuch angesprochen worden.

Bekannt geworden ist das Palästinensertuch in den 70er-Jahren während des Nahost-Konfliktes. Der Anführer der Fatah-Organisation, Jassir Arafat, war eine der wichtigsten Figuren des palästinensischen Befreiungskampfes und trat ausschließlich mit diesem Tuch auf. Knoblochs Vorwurf kann Claus-Brunner trotzdem nicht nachvollziehen: „Den Vorwurf des Antisemitismus weise ich klar von mir.“ Er habe das Tuch 1995 geschenkt bekommen. „Ich werde das Tuch erst ablegen – und dann mit sehr großer Freude – wenn beide Parteien im Nahost-Konflikt einen Kompromiss gefunden haben und Frieden herrscht.“ Er biete Frau Knobloch aber gerne ein persönliches Gespräch an, um Missverständnisse zu beseitigen.

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