Koalitionsverhandlungen

SPD und CDU gegen Sonntagsverkauf im Bahnhof

Die Verhandlungspartner SPD und CDU wollen an der Sonntagsregelung im Berliner Hauptbahnhof nichts ändern. Händler hatten zuvor eine Aufhebung gefordert.

SPD und CDU in Berlin wollen an den Öffnungszeiten für Geschäfte im Berliner Hauptbahnhof nicht rütteln. Darauf verständigten sich beide Seiten in ihrer Koalitionsverhandlung am Donnerstag.

Eine Vorbereitungsgruppe von Christ- und Sozialdemokraten hatte vorgeschlagen, künftig allen Läden im Hauptbahnhof die Öffnung am Sonntag zu erlauben.

Momentan dürfen dort gut 50 der 80 Geschäfte sonntags öffnen, weil sie Reisebedarf verkaufen. Gegen eine Ausweitung hatten sich der Handelsverband Berlin-Brandenburg und die Gewerkschaft Ver.di ausgesprochen.

"In London oder Paris würde man das gar nicht diskutieren“, sagt Toni Brentrup, Sprecher der Werbegemeinschaft Berliner Hauptbahnhof. „Da ist es selbstverständlich, dass alle Geschäfte in den großen Bahnhöfen auch sonntags offen sind.“ Brentrup ist Vertriebsregionalleiter bei der Modekette Gerry Weber. Das Geschäft ist eines von 28 im Hauptbahnhof, die am Sonntag nicht öffnen dürfen, weil sie keinen Reiseartikel verkaufen.

Am Flughafen Tegel gibt es diese Einschränkung nicht. „Das wird mit zweierlei Maß gemessen“, sagt Brentrup. „Was in Tegel erlaubt ist, sollte auch bei uns gelten.

Die Händler im Hauptbahnhof hatten zuvor an SPD und CDU appelliert, dass die Sonntagsöffnung frei gegeben werden sollte. „Die Bevölkerung möchte, dass die Läden offen sind“, sagt Bernd Steinauer, Inhaber des Schuhgeschäfts „Tamaris“.

Dagegen lehnt die Gewerkschaft Ver.di die Sonntagsöffnung ab. „Die erneute Diskussion darüber ist etwas, worüber wir uns sehr wundern“, sagte Sprecher Andreas Splanemann. „Kein Privileg für einen einzelnen Standort“, sagt auch Nils Busch-Petersen, Chef des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg. Es müsse Wettbewerbsgleichheit geben.

„Wir nehmen die Bedenken der Gewerkschaften und des Handelsverbandes ernst und werden sie abwägen“, hatte der CDU-Bundestagsabgeordnete Frank Steffel vor den Gesprächen mit der SPD gesagt.