Flughafen-Gebühren

BER soll für laute Maschinen teurer werden

Eigentlich waren die Start- und Landegebühren für den neuen Großflughafen bereits abgesegnet. In punkto Lärm kommen die Fluggesellschaften aber dabei in vielen Fällen günstiger als bisher davon. Der Flughafen erwägt nun Lärmzuschläge.

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Der neue Berliner Großflughafen könnte für laute Maschinen teurer werden als nach der bisherigen Planung. „Wir wollen uns den Betrieb nach der Eröffnung anschauen und ganz laute Maschinen möglichst rausfiltern“, sagte der Flughafen-Umweltchef Jochen Heimberg der Zeitung „taz“. „Immerhin sind wir ein stadtnaher Flughafen.“ Heimberg kündigte an, in der Gebührenordnung gegebenenfalls zusätzliche Lärmklassen zu verankern. Der neue Flughafen in Schönefeld soll im Juni in Betrieb gehen.

Das brandenburgische Verkehrsministerium hatte die Gebühren für startende und landende Maschinen erst im April genehmigt. Sie richten sich nicht nur nach dem Lärm, sondern auch nach dem Schadstoffausstoß und dem Gewicht der Maschinen. Außerdem gibt es Nachtzuschläge. Insgesamt werden nach Flughafenangaben pro Passagier durchschnittlich gut 20 Euro fällig, 5 Euro mehr als an den bestehenden Flughäfen in Tegel und Schönefeld. Der Großkunde Lufthansa kritisierte das.

In punkto Lärm wird es in vielen Fällen nach der bisherigen Planung aber etwas günstiger für die Fluggesellschaften. In Tegel, wo zwei Drittel der Berliner Passagiere abheben und landen, werden für Mittelstrecken-Maschinen wie die Airbus 320 und die Boeing 737 derzeit 105 Euro fällig. Am neuen Flughafen werden es knapp 100 Euro sein. Teurer wird es für Gesellschaften, die schon jetzt in Schönefeld fliegen, denn noch bezahlen sie dort nur 40 Euro. Auch für Langstreckenjets wie die A330, mit der etwa Air Berlin nach New York fliegt, wird der Wechsel von Tegel nach Schönefeld beim Lärmentgelt etwas günstiger.

Deutlich höher sind die Lärmentgelte in den höheren Klassen, aber darin nimmt die Zahl der Maschinen seit Jahren ab, wie Heimberg sagte. „Tatsächlich werden Flugzeuge seit Jahren immer leiser und verbrauchen immer weniger Kerosin.“ Es müsse gelingen, diesen Fortschritt nicht durch den Anstieg des Luftverkehrs insgesamt wieder aufzuzehren.