Kriminalität in Berlin

Einbrecher haben Wohnungen und Häuser im Visier

Von Januar bis September 2011 ist die Zahl der Einbrüche in Wohnungen und Einfamilienhäuser in Berlin um 35 Prozent gestiegen. In anderen Bereichen sank die Kriminalitätsrate jedoch.

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Aus noch ungeklärten Gründen haben am Freitagabend zwei Männer in Friedrichshain eine Gruppe von 20 Jugendlichen angepöbelt, mit Bierflaschen geworfen und anschließend drei von ihnen mit einem Teleskopschlagstock verprügelt. Zuvor hatten die Täter bereits drei Jugendliche im Volkspark Friedrichshain mit einem Messer bedroht und Geld gefordert. Die Kriminalpolizei ermittelt deshalb wegen räuberischer Erpressung und gefährlicher Körperverletzung.

Vorfälle wie diese gibt es in Berlin immer wieder. Die aktuelle Kriminalitätsstatistik belegt dies. Insgesamt nahm die Zahl der Straftaten in den ersten neun Monaten dieses Jahres um 8,2 Prozent auf 377.047 Fälle zu. Doch während Wohnungseinbrüche und Diebstähle dramatisch zunehmen, verzeichnet die Polizei bei Raubtaten nur eine geringe Steigerung von 2,2 Prozent. Im Bereich Jugendgruppengewalt sind die Delikte sogar um 25 Prozent zurückgegangen. Insgesamt registrierte die Polizei hier 1529 Taten. In anderen Bereichen verzeichnen die Statistiker allerdings dramatische Zuwächse.

Wohnungen schlecht gesichert

Von Januar bis September 2011 stieg die Zahl der Einbrüche in Wohnungen und Einfamilienhäuser um 35 Prozent. Dagegen könne man sich laut Polizei mit relativ einfachen Sicherheitsvorkehrungen schützen. „Wenn es einem Einbrecher nach vier Minuten nicht gelingt, in die Wohnung oder das Haus einzudringen, gibt er auf“, so der Sprecher. In vielen Fällen sind die Opfer zu leichtfertig, schließen Türen nicht ab oder sichern ihr Zuhause ungenügend gegen Einbrecher. In vielen Fällen gelingt es den Tätern, mit einer Plastikkarte eine unverschlossene Tür zu öffnen.

Auch gegen die zunehmenden Fälle von Taschendiebstählen, hier registriert die Polizei ein Plus von 17,5 Prozent, könne jeder Einzelne mehr unternehmen. So könnten aufmerksame Fahrgäste in Bussen und Bahnen viele Diebstähle verhindern oder indem Wertsachen dicht am Körper getragen werden. Der sogenannte Rempeltrick ist immer noch einer der beliebtesten Tricks, um schnell an Geld zu kommen. Dabei werden die Opfer im Gedränge angerempelt oder von mehreren Tätern in die Zange genommen. Bis die Betroffenen den Diebstahl bemerken, sind die Täter schon verschwunden.

Einen Grund für die aktuelle Zunahme sieht die Polizei in einer Reihe von Großveranstaltungen in der Vergangenheit wie etwa der Papstbesuch oder das Oktoberfest. Hier böten sich für Taschendiebe viele Gelegenheiten, heißt es. Aber auch Orte, an denen sich viele Touristen aufhalten, sind stets Anlaufstellen für Kriminelle. So sind der Breitscheidplatz und der Alexanderplatz besonders betroffen. Auffällig auch die Entwicklung im Bereich „einfacher Diebstahl“. Hier stieg die Zahlen der Taten um knapp 11.000 auf knapp 84.000, ein Plus von 15 Prozent.

Bei Fahrzeugdiebstählen sieht die Bilanz etwas besser aus. Zwar ist die Tendenz mit 5161 Fällen noch steigend (plus 2,7 Prozent). Allerdings wurden im Monat September 17 Prozent weniger Fahrzeuge gestohlen als im Vorjahresmonat.